Manchester (Behindertensport-News.de) – darunter vier Athleten aus Deutschland um die begehrten Medaillen. Eine Silber- und eine Bronzemedaille im Kugelstoßen waren die Ausbeute der deutschen Delegation.
Der Mecklenburger Sebastian Vogt vom 1. LAV Rostock trat im Kampf ums Podest nur Millimeter vorbei. Bei seinem zweiten Internationalen Wettkampf war der junge Rostocker unheimlich aufgeregt. Im Weitsprung übertrat Sebastian das Absprungbrett zwei Mal. Darunter war auch eine Weite von 6,06m, die Edelmetall bedeutet hätte. Mit einer gültigen Weite von 5,73m landete Sebastian in der Endabrechnung leider nur auf dem sechsten Platz. Zehnter wurde mit 4,92m der zweite deutsche Starter David Muhle. Gold, Silber und Bronze gingen an Zoran Talic (Croatien), Lenine Cunha (Portugal) und Leonid Ustyuzhanin (Russland).
Im 60m-Sprint, Vogts Lieblingsdisziplin, war er ebenfalls sehr nervös und hatte dazu einige Probleme beim Justieren seiner Startvorrichtung. Mit einem dritten Platz und 0,03s Rückstand im Vorlauf, verpasste Sebastian den Einzug ins Finale denkbar knapp. 7,58s über 60 Meter ergaben im Endklassement nur einen siebten Platz. Ins Finale schaffte es David Muhle und belegte den sechsten Platz in einer Zeit von 7,55s Über 200m erreichte David in 24,56s den fünften Rang.
Bundestrainerin Sandra Hainichen sieht diesen Wettkampf mit gemischten Gefühlen. Einerseits ist es ärgerlich, dass Sebastian nur um ein paar Millimeter eine Medaille verpasst hat. Andererseits ist es positiv zu sehen, dass er das Talent sowie die Qualität hat, im Medaillenbereich zu kämpfen, so Bundestrainerin Hainichen.
Nun geht es für Sebastian Vogt darum, an den Fehlern zu arbeiten und abzustellen, um Ende Juni bei den IPC Europameisterschaften im niederländischen Staatskanal die Weitsprungnorm des Deutschen Behindertensportverbandes von 6,34m zu erreichen, die für die Qualifikation zu den Paralympics in London notwendig ist.
Das Sebastian das Zeug dazu hat, bewies er schon dieses Jahr bei den Deutschen Hallenmeisterschaften in Halle/Saale, wo er im Weitsprung mit der Weite von 6,29m Deutscher Meister wurde. Auch im 60-Sprint konnte er mit 7,45s und Silber bei der DM überzeugen. Mit diesen Werten hätte Sebastian am Wochenende ein Wörtchen ums Edelmetall mitreden können.
(Steffen Nordmann)