Köln (Behindertensport-News.de) -Vor dem Spiel hätte ohnehin kaum jemand damit gerechnet, dass die 99ers ein ernsthafter Gegner für den Tabellenzweiten aus Zwickau sein würden. Doch die gute Leistung in der Woche zuvor gegen München hatte ein wenig Zuversicht aufkommen lassen. Immerhin hatte man gezeigt, dass man in der Lage war einen Playoff-Teilnehmer über weite Strecken zu ärgern. Am Sonntag jedoch erwischten die Kölner einen miesen Start. Die ersten beiden Angriffe wurden durch die 24-Sekunden-Uhr beendet ohne, dass der Ball den Ring berührte und Zwickau machten mit einem 9:2-Lauf schnell klar, wer Herr im Hause war. 

Doch die 99ers, die in der Saison bereits mehrmals ihre Kämpferqualitäten unter Beweis gestellt hatten, fingen sich und befanden sich dank 9 Punkten von Jaap Smid im ersten Durchgang mit einem passablen 13:17 wieder im Spiel. Doch dann erwischten die Domstädter im zweiten Viertel wieder einen schwachen Start. Gleich 4 Turnover in Folge leisteten sie sich in den Anfangsminuten. Zwickau konnte die Fehler gut ausnutzen und bauten den Vorsprung auf 26:13 aus. Bis zum Ende des Viertels jedoch konnten die 99ers den Vorsprung der Muldestädter wieder auf 10 verkürzen.

Doch im dritten Viertel schlug dann die Stunde von Adam Erben. Hatte er in der ersten Halbzeit bereits 16 Punkte erzielt, bekamen ihn die 99ers im dritten Viertel gar nicht in den Griff. Er setzte sich immer wieder unter dem Korb durch und erzielte im dritten Viertel nochmals 16 Punkte und half dadurch die Führung Zwickaus durch einen 16:4-Lauf auf 58:37 hochzuschrauben. Damit war das Spiel im Grunde entschieden. Im letzten Viertel konnten die 99ers keine Impulse mehr setzen und mussten sich deutlich mit 79:48 geschlagen geben. Vor allem die Turnoveranzahl war wieder erschreckend: 22 Turnover in 40 Minuten gegen über 10 des Gastgebers sind einfach zu viele, um auf hohem Niveau zu bestehen.

Nach einer durchwachsenen Saison befinden sich die 99ers auf Rang 7. Die Playoff-Hoffnungen, die nach dem Sieg gegen Trier wieder aufkeimten, erhielten nach der Weihnachtspause durch personelle Veränderungen einen herben Dämpfer. Letztlich muss man mit dem deutlichen Abstand zu den Abstiegsrängen zufrieden sein. Die 99ers können sich also auf die 7. Saison Erstklassigkeit freuen. Wir möchten uns an dieser Stelle bei allen

Sponsoren und Fans für die tolle Unterstützung bedanken und würden uns freuen mit Ihnen die kommende Saison bestreiten zu können.

Euroleague in Italien

Am kommenden Wochenende ist es soweit: Vom 9. bis zum 11. März werden die 99ers in Giulianova, Italien, um ein Ticket für eines der 4 europäischen Final-Turniere kämpfen. Für die Rheinländer geht die Reise am 8. März mit dem Flieger zunächst von Düsseldorf nach Rom, um dann mit dem Bus an die Ostküste nach Giulianova zu gelangen.

Da die 99ers in diesem Jahr in der Euroleague 2 an den Start gehen, können sie sich nicht für den Champions Cup qualifizieren. Mit einem ersten Platz in Italien könnten sie sich aber für den André Vergauwen Cup, den zweithöchsten Wettbewerb, qualifizieren. Mit dem André Vergauwen Cup machten die Domstädter in der vergangenen Saison beste Erfahrungen, als sie den zweiten Platz im Finale gegen den Gastgeber Besiktas Istanbul belegen konnten. 

Doch in diesem Jahr sehen die Vorzeichen etwas anders aus. „Ob wir auf Augenhöhe sein werden, muss man erstmal sehen“, äußert sich Teammanager Sedat Özbicerler zu den Chancen des Kölner Teams. Auch die Tatsache, dass Center Frederic Jäntsch als Nicht-Behinderter laut den internationalen Regularien nicht partizipieren darf, ändert die Kölner Ausgangslage.

Schwierig ist es, die gegnerischen Teams einzuschätzen. La Cannet aus Frankreich gehört wohl mit zu den starken Gegnern. Momentan sind sie auf dem zweiten Platz in der starken französischen Liga. Im Ranking der IWBF vom Juni 2011 rangieren sie aber auf Platz 46 – 23 Plätze hinter den Kölnern. Vermutlich ist aber dieses Ranking nicht auf diese Saison übertragbar, sodass die Franzosen wohl der Mitfavorit auf Platz 1 sind. Der Gastgeber Giulianova dürfte ebenfalls zu den Favoriten gehören. 

Sie belegen in der italienischen Liga Rang 6 und sind mit Sicherheit nicht zu unterschätzen. Auch in der Kölner Gruppe befindet sich der viermalige Türkische Meister Izmir Büyüksehir. Momentan befindet sich Izmir auf dem vierten Platz in der Türkei. Gänzlich unbekannt ist der Gegner aus Bosnien, KIK Zmaj Gradacac. Wie aber schon zu erkennen ist, wird es für die Kölner kein einfaches Unterfangen.

Die Zielsetzung lautet aber unter die Top3 zu kommen, um sich für eines der Final-Turniere zu qualifizieren.

(Oliver H. Junggeburth)