Wetzlar (Behindertensport-News.de) – Rollstuhlbasketball-Bundesligist RSV Lahn-Dill empfängt am Samstagabend mit den IMMOVESTA Dolphins Trier nicht nur den Tabellendritten der Liga, sondern auch die halbe kanadische Nationalmannschaft. Nicht weniger als inzwischen fünf Landsleute von RSV-Kapitän Joey Johnson stehen im Kader des Teams von der Mosel. Trotz der fünf Überseeakteure ist am Samstag um 19:30 Uhr in der Wetzlarer August-Bebel-Sporthalle aber ein anderer der Star im Team: Scharfschütze Dirk Passiwan, der in der Form seines Lebens zu sein scheint.
Erst im September war er der entscheidende Faktor beim EM-Silbermedaillengewinn der deutschen Herrenauswahl im israelischen Nazareth. Neben der Berufung ins Allstar Team der Europameisterschaften sicherte sich der inzwischen 35-jährige Trierer auch die kontinentale Korbjägerkrone. 261 Punkten in acht Spielen bedeuten nicht nur einen Schnitt von unglaublichen 32,6 Zählern pro Partie, sondern auch einen Vorsprung von knapp einhundert erzielten Punkten vor dem zweitplatzierten Polen Mateusz Filipski (166).
Diesen Trend setzte Passiwan dann nahtlos in der RBBL fort. Auch hier agiert der Scharfschütze ebenfalls in einer vermeintlich anderen Liga, denn bei 45,2 Punkten pro Spiel erscheinen die 21,1 Zähler im Durchschnitt bei seinem Nationalmannschaftskollegen Thomas Becker auf Rang zwei fast schon deklassierend. Der beste Lahn-Diller, US-Pointguard Michael Paye, rangiert zum Vergleich mit einem Schnitt von 20,3 Punkten auf Platz vier dieser Rangliste. Der ehemalige RSV-Trainer und Zeltingers Assistent bei der deutschen Nationalmannschaft, Bruce Enns, titulierte ihn in Israel als den besten aktuellen Spieler weltweit, ein Lob aus berufenem Munde.
Doch auch Passiwan, der für kurze Zeit auch schon das Trikot des RSV Lahn-Dill trug, kann ein Spiel nicht alleine gewinnen. Dies mussten die Dolphins schmerzlich bei der 70:80-Heimpleite gegen den starken Aufsteiger RSB Team Thüringen erfahren. Wie auch der RSV vor zwei Wochen zuhause gegen München, mussten die Trierer in diesem Spiel auf ein ganzes kanadisches Quartett verzichten, das wie Joey Johnson und Steve Serio bei den Parapan American Games in Mexiko weilte. Spielten bereits 2010/2011 mit Tara Feser und Janet McLachlan zwei Nationalspielerinnen in Deutschlands ältester Stadt, so verpflichteten man in Trier in diesem Sommer mit Chad Jassman, Jamey Jewells und Aaron Moseley-Williams noch drei weitere Ahornblätter.
Komplettiert wird der neuformierte Kader der IMMOVESTA Dolphins Trier durch den Australier James Stewart, der mit seinem neuen Team nur zwei Punkte hinter dem Führungsduo aus Wetzlar und Zwickau rangiert. Damit ist die Truppe von der Mosel eindeutig und hochverdient auf Playoff-Kurs, zumal Passiwan & Co. bereits zwei enorm wichtige Erfolge gegen die direkte Konkurrenz aus München und Köln eingefahren haben und lediglich in Zwickau eine weitere knappe Niederlage einstecken müssen.
Für die Mannschaft von RSV-Trainer Nicolai Zeltinger, die nach der zwischenzeitlichen Schwächephase mit der Heimpleite gegen München, in der Vorwoche in Zwickau eindrucksvoll zurück in die Erfolgsspur gefunden hat, steht also ein weiteres direktes Duell um die Tabellenspitze an. Head Coach Zeltinger kann dabei wieder aus dem Vollen schöpfen, lediglich Nationalspieler Jan Haller ist aufgrund einer Handverletzung leicht gehandicapt. „Wir dürfen ein attraktives Spiel erwarten, gegen eine Mannschaft die mit Dirk Passiwan die offensivstärkste der gesamten Liga ist“, so Nicolai Zeltinger in seinem Ausblick auf das Heimspiel am Samstagabend.
RBBL, 9. Spieltag: Mainhatten Skywheelers – Hannover United, Köln 99ers – RSC-Rollis Zwickau, RSV Basket Salzburg – RSB Team Thüringen, RSV Lahn-Dill
– IMMOVESTA Dolphins Trier (alle Sa.), Jena Caputs – USC München (So.); Nachholspiel 8. Spieltag: Mainhatten Skywheelers – IMMOVESTA Dolphins Trier (So.).
(Andreas Joneck)