Selten wird in der Geschichte des Rollstuhlbasketballs eine Mannschaft der Art ein Viertel dominiert haben. Der RSV Lahn-Dill gehört seit Jahren zu den Spitzenmannschaften Europas und am kommenden Wochenende geht es für die 99ers nach Wetzlar, um dieser Mannschaft die Stirn zu bieten.
99er ohne Chance? Nicht unbedingt, denn obwohl der RSV im dritten Viertel Bemerkenswertes leistete, kaschiert das 3. Viertelergebnis, dass der RSV eine Zeit lang durchaus Schwierigkeiten im Spiel gegen Hannover hatte. Zur Halbzeit sah es noch so aus als ob Hannover mithalten könnte, denn mit 36:26 hielten sie sich im Spiel. Der RSV ist ohne Frage auf deutschem Boden eine Ausnahmemannschaft, aber wie Hannover in der ersten Halbzeit gezeigt hat, auch nicht ohne Makel. In der bisherigen Saison sind sie bis Dato noch ungeschlagen, aber Hannover bewies ansatzweise, dass eine couragierte und gute Teamleistung auch zum Ziel führen kann.
Der RSV hat in der Offseason die wichtigsten Puzzleteile des Teams der vergangenen Saison beisammen gehalten und sich u.a. mit dem ehemaligen Rheinländer, Jan Haller, der aus Bonn gekommen ist, verstärkt. Gleich fünf Spieler des RSV haben einen zweistelligen Punkteschnitt in der bisherigen RBBL Saison – eine RBBL-Bestmarke. Aber nicht nur die Offensiv-Qualitäten machen diese Mannschaft aus. Lediglich 11 Gästepunkte ließen sie in der gesamten zweiten Halbzeit gegen Hannover zu. Überhaupt: Im Schnitt lässt der RSV nur 38,5 Punkte pro Spiel zu – ebenfalls die beste Defensive in der RBBL.
Es wird mit Sicherheit kein einfaches Spiel für den RBC. Das Team von Martin Otto hatte in der bisherigen Saison vor allem Auswärts Anlaufschwierigkeiten. Mit dem souveränen Pokalwochenende jedoch zeigten sich die 99ers in einer guten Verfassung. Sowohl die Offense als auch die Defense scheinen sich in den vergangenen zwei Wochen verbessert zu haben und wenn man ähnlich wie Hannover das Spiel offen halten kann, dann ist vielleicht eine Überraschung möglich.vWenn Sie zum Auswärtsspiel mitfahren möchten, dann können Sie sich unter joel.scharke@web.de anmelden. Die Fahrt kostet 15€ exkl. Eintrittskarte in Wetzlar.
99ers ziehen souverän ins Viertelfinale des DRS-Pokals ein
Am frühen Samstagmorgen machte sich das Team auf den Weg in Richtung Tespe in der Nähe von Hamburg, wo man sich zunächst gegen den Zweitligisten BBC Warendorf behaupten musste. Angereist ohne Headcoach Martin Otto und ohne die erkrankten Spieler Richter und Jammoul, schien den Rheinländern die lange Anreise zunächst doch noch in den Knochen zu stecken. Es brauchte 6 Minuten bis man sich das erste Mal mit einem 12:0 Lauf vom stark aufspielenden BBC absetzen konnte. Bis dahin wusste der Zweitligist die Partie mit 10:11 offen zu halten. Im zweiten Viertel lief der Motor der Domstädter dann aber endlich rund und das Team schaffte mit dem nächsten 10:2-Lauf klare Verhältnisse.
Wer nun dachte, dass der Favorit einen Gang zurückschalten würde, sah sich getäuscht. Die Kölner starteten mit einer sehr starken Verteidigung und einer guten Trefferquote in der Offense ins dritte Viertel. Auch in den nächsten 10 Minuten gab es für die Warendorfer nichts mehr zu holen. Mit 84:35 musste sich der Zweitligist schließlich den Köln 99ers geschlagen geben.
Nachdem sich Hamburg sich bereits am Morgen gegen die Spielgemeinschaft Bielefeld/Paderborn durchgesetzt hatte, wartete nun das Nordlicht auf die 99ers im Tagesfinale. Der Beginn des Spiels gegen den HSV nahm einen ähnlichen Verlauf wie gegen Warendorf. Köln konnte sich bis Mitte des 1.Viertels nicht wirklich absetzen. Erst ab dem 10:11 in der 6. Minute konnten die 99ers mit einem 10:0 Lauf den gewünschten Abstand zum Team von der Elbe herstellen. Auch in den nächsten 10 Minuten brachte ein 12:0 Lauf die Vorentscheidung in dieser Partie.
Mit einem klaren 45:28 ging es dann in die 2. Halbzeit. Die Hanseaten waren aber keineswegs gewillt, die drohende Niederlage zu diesem Zeitpunkt hinzunehmen. Das Viertelergebnis von 18:20 im 3. Durchgang zeugt sicher von diesem Widerstand. Doch die Kölner machten dann mit einem erneut starken letzten Viertel (28:14) alles klar und wurden ihrer Favoritenrolle mit dem Endstand von 93:60 gerecht. Nun geht es am 17.12.2011 im Viertelfinale um den Einzug ins FinalFour. Der Gegner heißt RSC-Rollis Zwickau, die sich ebenfalls sehr souverän in ihrer Gruppe durchsetzen konnten.
(Oliver Junggeburth)
