Erfurt (BS-News) – Seit 2008 gibt es einen neuen Stern am Dopinghimmel, das Potenzmittel. Viagra als vermeintliches Dopingmittel rückt in den Mittelpunkt von vielen Sportlern und Forschern. Der Wirkstoff Sildenafil wurde entwickelt, um Herzkrankheiten zu heilen. Die kleine blaue Pille enthält diesen Wirkstoff und findet einen besonderen Einsatz als Potenzmittel. Sildenafil weitet die Blutgefäße und erhöht die Sauerstoffzufuhr im Körper. Dadurch wird eine bessere Durchblutung im männlichen Genitalbereich ermöglicht und somit eine bessere Potenz unterstützt.

Sportler haben diese Eigenschaften der kleinen blauen Pillen nun auch für sich entdeckt. Aufgrund der besseren Durchblutung mit einem höheren Gehalt von Sauerstoff im Blut, kann eine Leistungssteigerung von bis zu 15 % erreicht werden. Besonders bei Sportarten, die in höheren Lagen stattfinden, wie z.B. Radrennen in den Bergen oder einem Marathon, hat das Medikament einen großen Einfluss auf die Leistungsstärke. Die Muskeln werden in der Höhenluft, die weniger Sauerstoff aufweist als die Luft am Boden, besser versorgt und können somit auch besser arbeiten.

Dennoch steht Sildenafil und somit Viagra ohne Rezept noch nicht auf der Dopingliste. Die Wirkung als leistungsfördernde Substanz ist noch ziemlich neu und wurde daher noch nicht genügend erforscht, um auf die Dopingliste zu gelangen. Jedoch sind die weltweiten Institutionen für Dopingforschung dabei Studien zu entwickeln, die das Potenzmittel auf die Dopingeigenschaften überprüft. Damit ein Mittel als verbotener Stoff auf die Dopingliste kommen kann, müssen mehrere Langzeitstudien an verschiedenen Sportlern und Sportarten durchgeführt werden.

Das bedeutet es kann noch mehrere Jahre dauern, bis Viagra bei Sportveranstaltungen verboten wird. Bis dahin können viele Amateur- und Leistungssportler ihre Ergebnisse um einige Prozent steigern, ohne dass die Wettkampfleitungen einschreiten können. Die kleine blaue Wunderpille ist eigentlich nur auf Rezept in der Apotheke zu erhalten, doch Internet und Schwarzmarkt ermöglicht den Sportlern eine riesige Auswahl an günstigen und zugleich gefährlichen Ersatzstoffe, anstelle von Sildenafil.