Paralympics – Olympische Spiele für Menschen mit Behinderung

von cloudmarketing | 21. September 2011 | Paralympics | 0 Kommentare

Erfurt (Behindertensport-News.de) – Im Spitzensport gibt es heute viele Möglichkeiten sich zu beweisen. Eines der größten Ziele von vielen Sportlern ist die Teilnahme aber auch eine Medaille bei den Olympischen Spielen. Die Geschichte der Olympischen Spiele reicht bis zum 2. Jahrtausend vor Christus. Schon die Griechen begannen in diesen Zeiten sportliche Wettkämpfe wie zum Beispiel einen Wettlauf auszutragen. Mit der Zeit wurden diese Spiele für die Menschen immer bedeutender. Doch die Olympischen Spiele waren weitaus mehr als nur ein Sportwettkampf. Sie wurden vielmehr als religiöses Fest zu Ehren des Göttervaters Zeus und des göttlichen Helden Pelops ausgetragen. Heutzutage sind die Olympischen Spiele eine der größten und wohl berühmtesten Sportveranstaltungen für Spitzensportler.

Seit dem Jahr 1948 gibt es auch die ersten Sportspiele für Sportler mit Behinderung. Die Paralympischen Spiele, oder auch Paralympics genannt, waren geboren. Die ersten Sportspiele für Rollstuhlfahrer wurden parallel zu den Olympischen Spielen ausgetragen. Seit 1960 werden diese Wettkämpfe für Behinderte Regelmäßig ausgetragen. Mit dem Jahr 1992 werden die Paralympischen Spiele, die organisatorisch mit den Olympischen Sommerspielen verbunden sind, jeweils 3 Wochen später am selben Ort durchgeführt. Der ersten Spiele dieser Art fanden 1976 in Schweden statt.

Doch wie ist der Begriff Paralympics entstanden? Das Wort Paralympics setzt sich aus den Worten Paraplegic (englisch für gelähmt) und Olympic zusammen. Um die Zugehörigkeit aller Menschen mit Behinderung zu diesen Spielen zu repräsentieren wurde der Begriff neu definiert. Jetzt wurde das griechische Wort Para (neben) vorangestellt. Offiziell wurde der Begriff Paralympics 1988 bei den Spielen in Korea genannt. Die vorher als „Wettspiele der Gelähmten“ oder „Olympiade der Behinderten“ gewannen somit an Bedeutung. Der Begriff Paralympics signalisiert seither die Zusammengehörigkeit und das Nebeneinander mit den Olympischen Spielen.

Die Geschichte der Paralympischen Spiele startet 1948. In Aylesbury (England) wurden die sogenannten „Stoke Mandeville Games“ ausgetragen. Diese Sportspiele für Rollstuhlfahrer wurden am selben Tag wie die Olympischen Spiele ausgetragen. Sir Ludwig Guttmann, ein deutschstämmiger Neurologe, initiierte damals die Verbindung der Wettkämpfe von den Spielen der Nichtbehinderten und der Behinderten. Im Jahr 1960 wurden die Paralympischen Spiele in Rom ausgetragen. Diese verliefen jedoch nicht parallel zu den Olympischen Spielen sondern wenige Wochen Später. Seither finden die Paralympics alle vier Jahre, jedoch immer im selben Jahr mit den Olympischen Spielen statt. Im Jahre 1976 wurden die Paralympischen Winterspiele geboren. Die Wettkämpfe dieser Paralympics wurden in Örnsköldsvik (Schweden) ausgetragen.

Doch nicht nur positive Entwicklungen prägen die Entwicklung der Paralympischen Spiele. 1984 weigerte sich das Organisationsteam der Sommerspiele von Los Angeles die „International Games for Disabled“ durchzuführen da diese nicht zum professionellen Image passen würden. Auch ein Rettungsversuch die Spiele in dem Chicagoer Vorort Champange auszutragen scheiterte kurz vor der geplanten Eröffnungsfeier an der notwendigen Deckung der Kosten. Die Spiele wurden daraufhin geteilt und die Sportler trugen ihre letztmaligen Wettkämpfe im britischen Stoke Mandeville aus.

Mit den Paralympics 1988 wurden die Pralympischen Spiele regelmäßig mit den Olympischen Spielen, beziehungsweise am selben Ort, ausgetragen. Dies wurde auch am 19. Juni 1991 vom Internationalen Olympischen Komitee gemeinsam mit der IPC in einem Abkommen so festgeschrieben. Die erste Blamage lässt jedoch nicht lange auf sich warten. 1996 wurden die Einrichtungen der Olympischen Spiele in Atlanta bereits wieder abgebaut sodass die Paralympics quasi in Ruinen stattgefunden haben.

Seither muss sich jede Stadt die sich für die Olympischen Spiele bewirbt auch die Ausrichtung der Paralympics mit einbeziehen. Die Paralympischen Spiele finden somit immer 3 Wochen nach Ende der Olympischen Spiele statt.
Die Paralympics wurden im Laufe der Zeit in verschiedene Klassifizierungen unterteilt. Diese sind international anerkannt und berücksichtigen die Art der Behinderung sowie die Auswirkungen auf die Ausübung der jeweiligen Sportart. Diese Klassifizierung ist die Grundlage für die Fairness der Wettkämpfe. Die Wettkämpfe sind in folgende Behinderungsklassen unterteilt.

Amputierte (für Menschen denen ein Hauptgelenk fehlt) – Zerebralparese (Athleten mit einer Beeinträchtigung des Bewegungsablaufes) – Sehbehinderte (Sportler mit Sehbehinderung bis hin zur Blindheit) Rollstuhlsport –  Kleinwüchsige (Männer die höchstens 1,45m und Frauen die 1,37m groß sind)
Leis Autres („Die Anderen, alle Übrigen“) (Athleten mit unterschiedlichen Behinderungen die den Bewegungsapparat betreffen jedoch den vorigen Klassifizierungen nicht zugeordnet werden können)

Für alle diese Klassen gibt es unterschiedlichste Wettkämpfe. So wird zum Beispiel beim Rollstuhlsport, Rugby, Leichtathletik, Basketball, Tischtennis oder Rollstuhltennis betrieben. Die Zulassung geistig behinderter Menschen blickt auf das Jahr 2000 zurück. Die spanische Basketballmannschaft holte hier mit einer Mehrheit an geistig Behinderten Athleten die Goldmedaille. Daraufhin wurden bei den Spielen in Athen (2004) und Peking (2008) Sportler mit geistiger Behinderung nicht mehr zugelassen.

Bei einer Vollversammlung des internationalen paralympischen Komitees 2009 wurden für die Spiele in London 2012 geistig behinderte Menschen wieder zugelassen. Die Sportler mit geistiger Behinderung sollen in den Disziplinen Leichtathletik, Tischtennis und Schwimmen an den Start gehen.
Generell werden bei den Paralympischen Sommerspielen 22 verschiedene Sportarten ausgetragen. Neben dem Bogenschießen, Judo, Sitzvolleyball, Rollstuhltennis und Fußball werden mit Jahr 2016 auch der Kanusport und der Triathlon eingeführt.
Die Paralympischen Winterspiele starten dafür jedoch mit nur 5 Sportarten. Neben Ski Alpin, Ski Nordisch, Sledge-Eishockey, Rollstuhlcurling wird auch Biathlon ausgetragen.

Die Paralympischen Sommerspiele haben bis heute 13-mal stattgefunden. Als nächste Austragungsorte sind London 2012 und Rio de Janeiro im Jahr 2016 geplant.  Die Winterspiele haben bis jetzt 10-mal stattgefunden. Weitere Austragungsorte sind Sotschi (Russland) im Jahr 2014 und Peyeonchang (Südkorea) im Jahr 2018.

Auch wenn die Leistungen und die Emotionen bei den Paralympics beeindruckend sind ist das Medieninteresse bei den Paralympischen Spielen weitaus geringer als bei den Olympischen Spielen. Die Öffentliche Wahrnehmung ist somit sehr eingeschränkt. Oftmals wird in den jeweiligen Austragungsländern nur kurz über einzelne Leistungen oder in einer Sammelübersicht berichtet. Live Übertragungen der Wettkämpfe finden nur in sehr kleinen oder aber auch zu untergeordneten Sendern und Sendezeiten ausgestrahlt. Die Leistungen und auch die Emotionen sind bei den Paralympics gewissermaßen dieselben wie bei den Olympischen Spielen.

An den Paralympics 2008 in Peking nahmen 4124 Athleten aus 148 Ländern teil. Mit 427 Wettkämpfen in 20 Sportarten sind diese Zahlen mehr als beeindruckend. Seither steigt die Anzahl der Teilnehmer und der verschiedenen Wettkämpfe immer mehr an. Darum sollten diese Ausnahmeathleten viel mehr Beachtung und Wertschätzung erhalten. Dies gibt den teilnehmenden Menschen den Ansporn um weiterzumachen und den Olympischen Gedanken zu leben.