Wien (BS-Sport) – Wien konnte sich als Austragungsort gegen die Mitbewerber Stockholm, Madrid und St. Petersburg durchsetzen. Damit wird die „jüdische
Olympiade“ – zum ersten Mal seit 1945 – in einem deutschsprachigen Land ausgetragen. Etwa 2000 Teilnehmer aus knapp 40 Nationen nehmen
an dieser 13. Auflage der Spiele teil, darunter auch 190 Österreicher. Neben wenigen Profis treten hauptsächlich Amateure in 19 Disziplinen wie Tennis, Badminton, Schwimmen, Fechten aber auch Schach oder Bridge an. Haupt-Austragungsort ist das Hakoah-Sportzentrum neben dem Ernst-Happel-Stadion, weitere Veranstaltungen finden u.a. im Ferry-Dusika-Stadion und in der Sporthalle Hopsagasse statt. An den Eröffnungsfeierlichkeiten nahmen
zahlreiche heimische Politiker, u.a. Bundespräsident Heinz Fischer, die Ministerinnen Johanna Mikl-Leitner und Claudia Schmied, Bürgermeister Michael Häupl und Sportstadtrat Christian Oxonitsch teil.

Die Festrede hielt Bundespräsident Heinz Fischer, der die NS-Vergangenheit Österreichs thematisierte, aber auch betonte, dass sich der Zugang zur Geschichte geändert habe. Ein Symbol dafür seien die Makkabispiele, die nun in Wien stattfinden würden. Der israelische Parlamentspräsident Reuven Rivlin unterstrich in seiner Rede ebenfalls den „Sieg über die Schatten der Vergangenheit“.

Bürgermeister Michael Häupl würdigte das „Fest des Sports, der Freude und des Miteinanders“, als „historisches Ereignis“. Man sei sich der
„dunklen Jahre der Shoah“ und der daraus resultierenden Verantwortung bewusst, das friedvolle Miteinander in der Stadt in den Vordergrund
zu stellen. „Sport ist einer der Schlüssel dazu. Denn Sport ist immer ein Zeichen des Friedens“. Häupl betonte weiters die Rolle des
Sportvereins Hakoah und die gemeinsam mit der israelitischen Kultusgemeinde geschaffenen Sportstätten. „Darauf sind wir gemeinsam
stolz, das ist der Weg für den Wien steht“.

Noch vor den Festreden begannen die Feierlichkeiten mit dem Einzug der Athleten. Es folgte das Hissen der offiziellen Fahne der Spiele
und die Entzündung der Makkabiflamme, die der Wiener Eishockeyspieler Raffael Rotter (Vienna Capitals) vornahm. Der anschließende Showteil
widmete sich schwerpunktmäßig der Geschichte der jüdischen Gemeinde in Österreich.

Die jüdischen Makkabispiele fanden erstmals 1932 in Tel Aviv statt und zählen zu den größten sportlichen Veranstaltungen der Welt. Die
Spiele werden alle zwei Jahre – abwechselnd in Israel und in einem anderen Land – ausgetragen. Unter dem Titel „Achtung! Fertig!! Los!!!
Jüdischer Sport – Maccabi-Games“ zeigt das Museum am Judenplatz (1., Judenplatz 8) noch bis 28. September die Geschichte der Makkabiade.

 

(APA-OTS)