Augsburg (BS-News) – Steffi Jones war im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen in Deutschland eine zentrale Figur. Dies hatte man genutzt, um so eine eigene Geschichte für die WM mit den Marionetten der Augsburger Puppenkiste zu kreieren. Ein eigenes Bühnenbild, individuell geschaffene Marionetten und eine Geschichte „Steffis Sommertraum“. Damit tourte die Puppenkiste, die das Stück in freier Spielweise aufführt, quer durch die WM-Städte. Denn: Augsburg, die Heimat der Augsburger Puppenkiste, ist auch ein WM-Standort. Und da hätte man die Puppenkiste angesprochen, ob man nicht als eines der Aushängeschilder der Stadt etwas im Zusammenhang mit der WM schaffen könnte. Das war gar nicht so einfach, beschreibt Klaus Marschall. Denn die Marionetten können natürlich nicht Fußball spielen. Was könnte man da denn nun machen. Das habe die Marionetten-Experten aus Augsburg dann doch ein wenig Kopfzerbrechen bereitet. Ein Mitarbeiter des Augsburger Vorzeigeunternehmens hätte dann ein Stück geschrieben, welches die OK-Chefin nimmt, die eben als Organisatorin auch das Fußballteam managet und scharrt, damit ihr Traum von einem großen Fußball-Fest in Deutschland wahr wird.

Und so wird 2011 in der Puppenkiste quasi Fußball gespielt. Nicht mehr nur Dornröschen, Kasperl und Jim Knopf, sondern auch Steffi Jones wird es nun in Marionettenform geben. Seit 1948 sind da so einige Figuren zusammen gekommen, die man weitestgehend auch im Museum der Augsburger Puppenkiste bewundern kann.

Ein bisschen Schuld an Ihrer Geschichte hat natürlich auch Steffi Jones selbst, die im Vorfeld der WM bei einem ihrer Termine in Augsburg fasziniert an die Marionettenstücke zurück erinnert wurde. „Schon von Kind an bin ich ein großer Fan der Augsburger Puppenkiste, besonders von Jim Knopf. Und da beide – der Fußball und die Puppenkiste – Mädchen, auch die ganz Kleinen, begeistern, entstand die Idee,  gemeinsam ein Fußballmärchen zu entwickeln“, so Steffi Jones.

Die Geschichte entwickelte der Hausautor der Puppenkiste Peter Scheerbaum. Im Mittelpunkt sollte ein junges, aufgewecktes und wahnsinnig fußballbegeistertes Mädchen stehen. Er nannte es – Steffi. Wer auch äußerliche Ähnlichkeiten mit der OK-Chefin erkennen will, liegt nicht ganz falsch. Aber das ist nicht mehr als eine kleine sympathische Randnotiz. Wichtig ist, dass das 40-minütige, in offener Spielweise aufgeführte Stück seine jungen und auch etwas älteren Zuschauer verzaubert. 

Und als Steffi von den Jungs wieder einmal vom Platz vertrieben wird, stellt sie sich ihre eigene Fußballmannschaft zusammen. Die kleine Marionette, die optisch Steffi Jones sehr ähnlich ist, trifft im Märchenwald auf Rumpelstilzchen, Rotkäppchen und wird am Ende von einem Prinzen wachgeküsst.