Berlin (BS-News) – Eigentlich müsste Nadine Angerer total geknickt sein. Ein wenig ist sie das vielleicht auch. Denn immerhin war der 2:1-Anschlusstreffer der Kanadierinnen am Sonntag abend das erste Tor bei einer Weltmeisterschaft, das die 32-Jährige kassiert hatte. 622 Minuten lang blieb die Potsdamerin damit ohne WM-Gegentreffer. Letztlich überwog bei Angerer aber die Freude über den Auftaktsieg bei der Weltmeisterschaft. Das war wichtiger. Auch wenn die 622 Minnuten eine Releistung waren, ebenso wie die sensationelle Leistung Angerers bei der letzten Weltmeisterschaft, als die DFB-Truppe den zweiten WM-Titel errang.

Eine private Wette „Teil 1“ hat Angerer durch den Gegentreffer aber verloren. Denn für jedes Spiel,welches zu Null ausgeht, erhalte sie eine Flasche Rotwein, erzählt die Torfrau schmunzelnd. Im Idealfall stehen für Deutschland noch 5 Spiele aus, fünf Flaschen sind also noch drin, gibt sich Nadine Angerer gewohnt kämpferisch.

2007 war dabei schon ein sensationelles Ergebnis, denn nicht einmal die Weltfußballerin Marta aus Brasilien konnte im Finale einen Elfmeter gegen „Natze“ Angerer verwandeln. Das machte die 32 Jährige schon ein wenig stolz. Abgehoben ist die gebürtige Fränkin deshalb aber nie.

Nadine Angerer wird während der Weltmeisterschaft aber noch ein Jubiläum zu feiern haben. Beim spiel am Donnerstag gegen Nigeria wird die Torhüterin bereits zum 100. Mal im deutschen Tor stehen. Also schon den nächsten Grund zum glücklich sein gefunden. Denn lange traurig sein konnte Nadine Angerer auch nach dem Ende ihrer Rekordjagd nicht sein.Denn irgendwie sei sie auch unendlich froh, dass der Druck am Gemessenwerden an der historischen Serie damit los sei. Der Druck bei der Heim-Weltmeisterschaft sei ohnehin groß genug: „Ich habe schon im Vorfeld betont, dass es mir überhaupt nicht um diese Serie geht.“

Ihre Teamkolleginnen stehen denn auch hinter „Natze“. „Ich denke, dass sie bei dem Tor machtlos war. Von daher brauchte ich auch keine Aufbauhilfe leisten“, erklärte Linda Bresonik. Celia Okoyino da Mbabi ergänzte ein wenig scherzhaft: „Ich hätte wahrscheinlich eine Leiter gebraucht. Nadine ist schon eine überragende Torhüterin. Und das Ding war schon echt gut geschossen.“