Paderborn (Behindertensport-News.de) – Rollstuhl–Rugby als Lebenshilfe für Tetraplegiker und sinnstiftendes Integrationsangebot für Nichtbehinderte Der Behindertensport und ganz besonders das Rollstuhl-Rugby (RR) unterscheidet sich wesentlich in der Nachwuchsarbeit vom Sport der Nichtbehinderten. Vor der sportlichen Betätigung im RR erleidet der Mensch eine existentielle Tragödie, die noch genau so schmerzlich ist wie vor 60 Jahren. Der Unterschied ist heute, dass bessere Mittel und Erfahrungen vorhanden sind, um einen erfolgreichen Lernprozess zur Bewältigung dieser Lebenskrise durchzuführen. Für viele Menschen konnte und kann die Sportart Rollstuhl-Rugby einen entscheidenden Beitrag leisten, damit Selbstwert und Lebenssinn bei einem Rehabilitanden sich einstellen, Träume und Visionen gelebt werden können.
Bewegung, Spiel und Workshops für alle In diesem Sinne ist Rollstuhl–Rugby das lange vermisste Mannschaftsspiel für Menschen mit Tetraplegien und mit funktionell vergleichbaren Bewegungseinschränkungen. Rollstuhl-Rugby steht für ungewöhnliches und uneingeschränktes Bewegungs- und Körpererleben. Damit wird ein sehnlicher Wunsch von Menschen erfüllt, die im Alltag ständig mit Einschränkungen leben müssen oder gar an Grenzen des eigenständigen Handelns stoßen. Den Zugang zu dieser kämpferisch klingenden Sportart finden Männer und Frauen zunächst sehr schwer. Die Rollstuhl-Rugby Verantwortlichen im DRS versuchen erfahrene Spieler und Helfer zu schulen, die den Anfängern erfolgreich über die organisatorischen und psychologischen Barrieren hinweghelfen. Der Fachbereich Rollstuhl-Rugby im DRS, vertreten durch seinen Ausschuss Reha + Nachwuchs organisiert spezielle Workshops für Anfänger für drei unterschiedliche Zielgruppen: Ø ( A ) Schnupper-Kurse für interessierte Rollstuhlfahrer, die noch keinem Verein angehören.
Ø ( B ) Initiative-Kurse zur Gründung neuer Vereine, wenn ein engagierter Rollstuhlfahrer und ein Helfer in einer Stadt die Gründung einer neuen Rollstuhl-Rugby Gruppe planen. Ø ( C ) Fortbildung und Beratung von neu gebildeten Rollstuhl – Rugby Gruppen.
Die vorherrschende Methode der Workshops lautet: Der Rugby-Neuling lernt freies und lustvolles Fahren mit den äußerst wendigen und angepassten Rugby-
Rollstühlen und nicht für möglich gehaltene Ballfertigkeiten mit speziellen Handschuhen und methodischen Hilfen. Im ersten Spiel verhilft der geübte und lehrerfahrene Spieler dem Anfänger zu Torerfolgen und, wenn möglich, auch zum Nervenkitzel erster Rollstuhlkontakte beim Blocken oder beim Stören durch den Gegenspieler. Die bestehenden Rollstuhl-Rugby Vereine des DRS wollen Übungs- und Trainingsmöglichkeiten für alle in Frage kommenden Rollstuhlfahrer anbieten. Die Einbindung körperlich schwerbehinderter Menschen ist ganz besonders eine Aufgabe für erfahrene Spieler, aber ganz unverzichtbar auch für nichtbehinderte Helfer.
Ohne Helfer kein Wachstum in unserer Sportart! Die nichtbehinderten Helfer finden anspruchsvolle Herausforderung zur Entwicklung des Rollstuhl-Rugby, in dem sie als Team-Assistenten, Schiedsrichter, Trainer und Klassifizierer fungieren. Sie wünschen Hilfe zur Organisation eines Rollstuhl-Rugby-Angebots? Interessenten für einen der oben genannten Workshops wenden sich bitte an: Sekretariat Reha&Nachwuchs: Axel Rose : Fon/Fax 05254-808535 e-mail: rose.a@gmx.de
(Axel Rose)

