Erfurt (Behindertensport-News.de) – Wer nicht regelmäßig Kontakt mit Rollstuhlfahrern pflegt und auch nicht selbst davon betroffen ist, kann wahrscheinlich nicht allzu viel zu diesem Thema beitragen. Allerdings ist es nie falsch sich damit auseinanderzusetzen. Schließlich weiß man nie, ob diese Informationen letztendlich doch etwas Gutes an sich haben.
Der Deutsche Rollstuhlsportverband (kurz: DRS) sieht seine Hauptaufgaben in erster Linie in der Unterstützung und Weiterentwicklung der Mobilität von Menschen, die auf den Rollstuhl angewiesen sind. Die Zahl der aktiven Mitglieder im Verband hatte in den letzten Jahren einen enormen Anstieg zu verzeichnen. Dieser Erfolg ist in erster Linie auf die Kooperation des Verbandes mit Schulen für Behinderte, diversen Krankenhäusern und weiteren Trägern des Landes zurückzuführen.
Der DRS organisiert in regelmäßigen Abständen sportliche Aktivitäten und bringt Spaß und gute Laune in das Leben der Rollstuhlfahrer. Dabei geht es allerdings nicht nur um die körperliche Fitness, obwohl dieser Punkt natürlich eine entscheidende Rolle fühlt. Die mentale Verfassung ist ebenfalls von großer Bedeutung. Schließlich sollen Rollstuhlfahrer nicht das Gefühl bekommen, sich aufgrund ihres Handicaps im Umgang mit ihren gesunden Mitmenschen als eine Art Belastung zu fühlen. Außerdem setzt man sich der Gefahr aus, weitere gesundheitliche Schäden zu erleiden, wenn man sich nicht ausreichend bewegt. Von daher ist Rollstuhlsport eine ideale Vorbeugungsmaßnahme.
Sportliche Aktivitäten bieten den Rollstuhlfahrern Gelegenheiten um soziale Kontakte zu knüpfen und diese regelmäßig zu pflegen. Das Gefühl, ein Teil der Gesellschaft zu sein, macht sie unbeschreiblich glücklich und froh. Es entstehen nette Bekanntschaften und in manchen Fällen – insofern die Chemie stimmt – sogar Freundschaften fürs Leben. Rollstuhlsport hat den Vorteil, dass auch diejenigen Menschen sich daran beteiligen können, die nicht im Rollstuhl sitzen. Rollstuhlfahrer sollen unter keinen Umständen das Gefühl bekommen, eine Randgruppe der Gesellschaft zu sein. Sie möchten in der Regel so behandelt werden wie alle anderen Menschen und erwarten keinerlei Sonderwünsche. Gemischte Mannschaften mit Rollstuhlfahrern und Fußgängern vermitteln den Menschen im Rollstuhl das Gefühl von Zugehörigkeit. Das fühlt sich richtig gut an.
Rollstuhlsport ist eine Erfahrung, die das Leben eines jeden Rollstuhl- als auch Nicht-Rollstuhlfahrers bereichern kann. Man zeigt dadurch Offenheit für Neues und entdeckt auf diese Weise vielleicht das eine oder andere Talent, das einem vorher eventuell noch gar nicht bewusst war. Die Erfolge auf dem Spielfeld und der herzliche Kontakt zu den Mitspielern stärken die Seele dieser Person. Sie schöpft Kraft und gewinnt eine Menge Selbstbewusstsein und Anerkennung. Eine gesunde Seele bewirkt manchmal wahre Wunder und kann in so einigen Fällen für Fortschritte in den körperlichen Fähigkeiten sorgen.