Rollstuhlbasketball-Bundesliga: Björn Lohmann verlässt die 99ers

von cloudmarketing | 7. Juni 2012 | Rollstuhlsport | 0 Kommentare

Köln (Behindertensport-News.de) – Der wohl beste deutsche Low-Pointer wechselt zum RSV Lahn-Dill, um in der kommenden Saison um die Deutsche Meisterschaft zu spielen. „Björns Entschluss ist sehr schade und schwächt unsere Mannschaft deutlich. Durch solche Entscheidungen werden Bundesligastandorte außer Lahn Dill und Zwickau nicht unbedingt konkurrenzfähiger“, so Headcoach Martin Otto zum Wechsel.

Björn Lohmann gab als Grund für seinen Entschluss sportliche Gründe an. Der RSV Lahn-Dill ist unbestritten die beste Mannschaft Deutschlands. Der Reiz, um Titel zu spielen, ist für den 33-jähigen verständlicherweise von großer Bedeutung. Der Ex-Bonner war in der vergangenen Saison von Bonn nach Köln gewechselt und war ein absoluter Leistungsträger im Team von Martin Otto. Mit der Nationalmannschaft bereitet er sich nun auf die Paralympics vor.

Wir möchten uns an dieser Stelle bei Björn Lohmann herzlich bedanken. Es wird nicht einfach sein jemanden zu finden, der seine Rolle im Team erfüllen kann. Wir wünschen ihm für den Schritt RSV Lahn-Dill und für seine Zukunft alles Gute.

Deutsche Meisterschaft der Damen

Marina Mohnen konnte zusammen mit den „99ers“ Gada Jammoul, Nikolina Lowin und Sandra Sieberichs und dem Team BSNW den dritten Platz bei der Deutschen Meisterschaft der Damen feiern. Die DM der Frauen wird jedes Jahr in Turnierform gespielt, wo die Topspielerinnen der Landesverbände gegeneinander antreten, um die Meisterschaft unter sich auszumachen.

Nach der Auftakt-Niederlage gegen Hamburg musste das Team um Nationalspielerin Marina Mohnen auf einen Sieg gegen den Landeskader aus Bayern hoffen, um ins Halbfinale zu ziehen. Im letzten Gruppenspiel taten sich die Damen des Team BSNW zunächst schwer und konnten nur mit einem hauchdünnen Vorsprung in die Halbzeit gehen (22:21). In der zweiten Halbzeit aber setzten sie sich bis zur Sirene nochmal ab und gewannen mit 53:47. Im Halbfinale wartete dann das Team Hessen. Die starken Hessinnen traten mit einem bärenstarken Team um die RSV Lahn-Dill Spielerinnen Gesche Schünemann und Mina Mojtahedi an und machten früh alles klar. Mit 32:56 war das Team BSNW von Marina Mohnen deutlich unterlegen.

Im Spiel um Platz drei aber drehte das Team BSNW nochmal richtig auf und ließ seinem Konkurrenten BVSV Ingolstadt nicht die geringste Chance. Nach dem 24:37 zur Halbzeit machte die Defense in der zweiten Halbzeit die Schotten dicht. Nur fünf Punkte erzielten die Ingolstädter im zweiten Durchgang. Letztlich gewann Marina Mohnen mit ihrem Team mit 61:29 und sicherten sich einen Platz auf dem Treppchen.

Im Finale sorgten die beiden Favoriten Team Hessen und Hamburg für ein Herzschlagfinale. Dabei setzten sich die Hesseninnen zum vierten Mal in der Geschichte der Damen DM mit 56:53 durch.

Drei 99ers für das Team BSNW

Folgend können Sie einen Vorbericht zum Ländervergleichs-Turnier am kommenden Wochenende in Stuttgart lesen. Der Bericht ist vom Kölner Nachwuchsspieler Joel Schaake geschrieben:

Am Wochenende vom 8.6. bis zum 10.6. findet in Stuttgart der Ländervergleichspokal statt. Ein Turnier, bei dem sich Nachwuchsspieler bis zum Jahrgang 1991 messen. Mit im Team NRW, das dieses Jahr in Stuttgart um den Sieg kämpfen wird, sind die 3 Kölner Spieler Marc Herrmanns (20), Dominik Zielke (19) und Joel Schaake (16).

Seit 2009 sind Marc Hermanns (Köln 3), Dominik Zielke (Köln 2) und Joel Schaake (Köln 3+4) nicht mehr aus dem Landeskader NRW weg zu denken. Auch die Ex-Kölnerin Linda Dahle ist mit von der Partie. Jahr für Jahr steigern sie ihre Leistung bei den harten Trainingslehrgängen von Trainer Jörg Hilger. Der Kader wird in einer Sichtung festgelegt. Darauf folgen sechs Leistungslehrgänge, in denen die taktischen Elemente und das Zusammenspiel weiter trainiert werden. Man möchte schließlich besser abzuschneiden als in den Jahren zuvor. Denn 2009, 2010 und 2011 belegte das Team BSNW jeweils den fünften Rang vor Berlin.

Der Länderpokal, ehemals Ländervergleichsturnier, wird jedes Jahr ausgetragen. Dort treten bis zu acht Bundesländer gegeneinander in 2 Gruppen an. Der Länderpokal wird auch als Scouting-Hotspot angesehen. Die Vereine schlagen zunächst den Trainern der Landeskader vor, wen sie für gut befinden. Die Spieler, die es dann in den Kader schaffen, haben beim Turnier die Möglichkeit sich vor den U19-, U22- und A-Nationalmannschafts-Trainern zu beweisen. Die Trainer der Nationalmannschaften wiederum begutachten den Nachwuchs, um ihre Kader unter diesen Spielern auszuwählen.

„Der diesjährige Kader ist, genau wie die letzten, meiner Meinung nach ein Top-Kader, der um die ersten Plätze mitspielen kann. Das wird aber nur der Fall sein, wenn jeder in einer Top-Verfassung zu dem Turnier nach Stuttgart anreist. Zudem fallen in den anderen Teams viele Leistungsträger weg, was bei uns in NRW nicht der Fall ist. Wir sind eingespielter als die anderen Teams, weil viele von uns schon über Jahre hinweg dabei sind und wir kaum bis gar keine Probleme haben neue Spieler zu integrieren. Zudem verfügen wir über ein sehr ausgeglichenes Team, was es dem Trainer leichter macht Leute zu entlasten. Ich freue mich wie jedes Jahr!“ sagt Joel Schaake voller Vorfreude.

Der diesjährige Kader besteht aus folgenden Spielern:

Marcel Gerber (ASV Bonn 2; 2,5 Punkte), Franz Kaiser (ASV Bonn 2; 1,5), Oliver Hoffmann (ASV Bonn 2; 4,5), Marc Sarrazin (ASV Bonn 2; 1,0), Dennis Drolshagen (ASV Bonn 2; 2,0), Linda Dahle (Hot Rolling Bears Essen; 4,5), Niklas Gorczynski (Hot Rolling Bears Essen; 2,0), Marcel Baumann (Hot Rolling Bears Essen; 1,5), Marc Herrmanns (Köln 99ers 3, 3,0); Joel Schaake (Köln 99ers 4, 3,0), Dominik Zielke (Köln 99ers 2, 2,5)

Wir drücken allen Kölnern und dem Team BSNW die Daumen. Wir wünschen allen Viel Spaß und Viel Glück in Stuttgart!

(Oliver H. Junggeburth)