Zeltinger will so jubeln wie nachdem Meisterschaftsfinale 2011

von cloudmarketing | 24. Februar 2012 | Rollstuhlsport | 0 Kommentare

Wetzlar (Behindertensport-News.de) – Der achtfache Deutsche Meister RSV Lahn-Dill freut sich mit seinen Fans auf den Klassiker schlechthin im deutschen Rollstuhlbasketball gegen Zwickau. Seit über zehn Jahren beherrschen beide Teams nicht nur die nationale Szene, sondern sprechen auch in Europa ein gewichtiges Wörtchen mit. Aktuell trifft am Samstag der europäische Ranglistenerste aus Mittelhessen auf die Nummer vier des Kontinents aus Sachsen. Das Topspiel um 19:30 Uhr in der Wetzlarer August-Bebel-Sporthalle ist dabei ein Jubiläum, denn zum 50. Mal heißt es in der Geschichte RSV Lahn-Dill gegen RSC-Rollis Zwickau.

Der Showdown der beiden besten deutschen Teams ist dabei für den RSV Lahn-Dill der mit Spannung erwartete Auftakt in die heiße Phase der Saison, die mit dem Playoff-Halbfinale und dem Final-Four um den DRS-Pokal im März, der Endspielserie um die nationale Meisterschaft im April und der Entscheidung in der europäischen Königsklasse Anfang Mai sportliche Highlights quasi am Fließband produziert. Am vorletzten Spieltag der RBBL-Hauptrunde gibt nun der RSC-Rollis Zwickau seine Visitenkarte in Deutschlands Rollstuhlbasketball-Hauptstadt ab. Der derzeitige Tabellenzweite hat nach einem personellen Umbruch auch in diesem Jahr ein Topteam ins Rennen geschickt, das erneut eine starke Saison spielt und genau wie der RSV bereits sein Playoff-Ticket sicher hat.

Dennoch geht es am Samstagabend nicht nur um Ehre und Ruhm, sondern vor allem um die Frage, wer als Nummer eins in die Playoffs starten und damit den wichtigen Heimvorteil in einem möglichen Endspiel für sich in Anspruch nehmen kann.Die zwei Punkte hinter dem RSV rangierenden Zwickauer müssen dabei seit Ende des vergangenen Jahres auf den US-Amerikaner Joe Chambers verzichten. Der 29-jährige Center ist aus privaten Gründen in seine Heimat zurückgekehrt. Trainer Alexander Kharchenkov, einst mit der Sowjetunion Weltmeister im Fußgänger-Basketball, hat aus dieser Not jedoch eine Tugend gemacht und anderen Spieler mehr Entfaltungsmöglichkeit gegeben. So zum Beispiel dem Tschechen Adam Erben, der seit Chambers‘ Abgang 30,5 Punkte pro Spiel erzielt.

Dahinter folgen mit dem Polen Marcin Balcerowski (12,1), dem zweiten US-Boy Bryce Doody (12,0), Urgestein Rostislav Pohlmann (10,5) und dem Letten Raimund Beginskis (10,0) gleich vier weitere Spieler im zweistelligen Punktebereich. Ein Mix, der schwer ausrechenbar ist und RSV-Trainer Nicolai Zeltinger und seine Mannschaft vor eine äußerst anspruchsvolle Aufgabe stellt.Zeltinger selbst muss dabei seit zehn Tagen auf Felix Schell verzichten, der mit einer Entzündung im Kniegelenk langfristiger ausfallen wird. Dagegen sind die beiden US-Amerikaner Michael Paye und Steve Serio rechtzeitig am Mittwoch von ihrer Nationalmannschaft aus den USA zurückgekehrt und heiß auf das 50. Duell mit dem langjährigen Erzrivalen. Bisher konnten die Wetzlarer Rollis 35 Mal als Sieger vom Parkett rollen, musste aber auch 14 Mal teils bittere Niederlage hinnehmen.

Bereits im Hinspiel haben beide Seiten gezeigt, das sie auch nach fast einem Jahrzehnt weiter auf Augenhöhe die Führungsrolle im deutschen Rollstuhlbasketball beanspruchen, auch wenn am Ende der RSV Lahn-Dill mit 75:59 auf dem Zwickauer Scheffelberg triumphieren konnte.Dies möchten Kapitän Joey Johnson und seine Kollegen natürlich am Samstagabend in einer dann bestens besetzten August-Bebel-Sporthalle gerne wiederholen. Damit wäre klar, dass der RSV Lahn-Dill im Falle eines erfolgreichen Halbfinals in der dann folgenden „Best of three“ Endspielserie in den entscheidenden Finalspielen zwei und drei am 21. und 22. April Heimrecht hätte und damit die deutsche Meisterschaft, wie der DRS-Pokal am 31. März und 1. April, in der Domstadt vergeben wird.

RBBL, 17. Spieltag: Köln 99ers – USC München, Mainhatten Skywheelers – RSB Team Thüringen, RSV Lahn-Dill – RSC-Rollis Zwickau, Jena Caputs – Hannover United, RSV Basket Salzburg – Immovesta Dolphins Trier (alle Sa.).

(Andreas Joneck)