Frechen (Behindertensport-News.de) – Bundestrainer Wieland Speer (Heusenstamm) war mit den gezeigten Leistungen und der Medaillenausbeute zufrieden. „Wir haben unser Ziel – Medaillen in allen Farben – erreicht und können feststellen, dass wir einige hoffnungsvolle Erststarter dabei hatten, die teilweise noch sehr jung sind und in der Zukunft sehr erfolgreich sein könnten, wenn sie entsprechend trainieren. Hierzu zählen insbesondere Valentin Baus (15) in der WK 5, aber auch die erst 14-jährige Sandra Mikolaschek (TTC Halle), die der schwedischen Europameisterin bereits einen Satz abknüpfte und es bis in das Viertelfinale schaffte.“
Im Damen-Team der WK 8 konnten Steffi Grebe (WK 6, 24, BSG Neu- Münster) und Juliane Wolf (WK 8, 23 Jahre von der BSG Offenburg mit Coach Sarah Textor (Staffel) noch Bronze sichern und bestätigten somit ihre tollen Leistungen im Einzel bei ihrer ersten EM.
Gute vierte Plätze belegten bei den Teams in der WK 5 noch der jüngste männliche Teilnehmer Valentin Baus (WK5, 15, BSG Duisburg), Selcuk Cetin (40, RSG Koblenz) und Holger Nikelis (WK 1, 33, RSC Köln) mit Coach Charly Weber (Eisenach) sowie in der WK 7 Thorsten Schwinn (34, TGO TV Roßdorf) und Jochen Wollmert (46, BSC Solingen) mit Coach Andreas Escher (Stuttgart).
Vor den guten Ergebnissen in den Teamwettbewerben hat das deutsche Team bereits in den Einzeln hervorragende Resultate erspielt. Juliane Wolf, Thomas Brüchle und Thomas Rau wurden jeweils Vize-Europameister in ihren Klassen. Steffi Grebe und Thomas Schmidberger gewannen jeweils Bronze. Ebenfalls gute vierte Plätze erzielten Valentin Baus und Jan Gürtler im Einzel
Erstmals wurde bei einer EM des Tischtennis-Weltverbandes (ITTF) auch die WK 11 für Geistig behinderte Menschen ausgetragen. Der erste deutsche Einzelmeister des DBS, Hartmut Freund (43, VBSG Bietigheim-Bissingen), war dabei und nahm überraschend erfolgreich teil. Er gewann gegen keinen Geringeren als den Weltranglisten-Vierten und schied im Viertelfinale gegen den Weltranglisten-Zweiten aus.
Dazu Speer: „Dieses Experiment ist bei der Premiere aus unserer Sicht gelungen. Ein großer Dank gilt an dieser Stelle auch seinem Coach bei der EM, Hannes Doesseler (Ratingen), und seinem Betreuer und Bruder Norbert Freund (Bietigheim-Bissingen).
Ein Dank richtet sich an das gesamte Betreuerteam des DBS aber auch an den Ausrichter in Split, der versucht hat, bei einer Europameisterschaft im Behindertensport neue Maßstäbe zu setzen. Halle, Hotel, Transport, Ergebnisdienst, Organisation, Verpflegung und Service hatten einen sehr hohen Standard. Viele Spieler, Trainer, Schiedsrichter und Betreuer möchten deshalb gern wieder nach Kroatien in die schöne Stadt an der Adria kommen – vielleicht zu einem Weltranglistenturnier.
Ein weiterer Dank gilt aber auch der Deutschen Botschaft in Kroatien, die durch Honorarkonsul Vice Dodig sogar zweimal während der EM in der Spaladium–Arena persönlich vertreten war und der Mannschaft viel Glück wünschte und sie tatkräftig durch den Hallenbetreiber unterstützte.“
Insgesamt nahmen 292 Spielerinnen (117 Frauen) und Spieler aus 31 Nationen bei den Tischtennis-Europameisterschaften im Behindertensport (WK) 1 – 11) in Split (Kroatien) teil.
(Wieland SPEER / DBS)
