Gemünden am Main (Behindertensport-News.de) – Die Unterfränkische Schülerregatta hat eine lange Tradition: Seit 40 Jahren dürfen hier die jungen Kanurennsportler erste Wettkampferfahrungen sammeln. In diesem Jahr gibt es ein Novum: Bereits am Samstag, den 24. September 2011 finden auf der Fränkischen Saale von 13 Uhr bis 16.30 Uhr Wettkämpfe für Kanusportler mit Behinderung statt. Sie finden am Sonntag, den 25.9. von 9.15 Uhr bis 13 Uhr ihre Fortsetzung. Es sind die ersten Wettbewerbe dieser Art und Größenordnung in ganz Deutschland!
Paracanoeing wird ab 2016 im paralympischen Programm stehen – das wurde im Dezember vergangenen Jahres beschlossen. Der Bayerische Kanu-Verband und der Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband Bayern waren dieser Entscheidung weit voraus. Beide Verbände haben sich schon vor ein paar Jahren im Bereich des Kanusports zusammengeschlossen, bilden gemeinsam Übungsleiter aus und sichten und trainieren mit diesen bereits Kanusportler mit Handicap. In keinem anderen Bundesland ist der Kanusport für Menschen mit Behinderung so breit aufgestellt wie in Bayern!
Der Erfolg kann sich sehen lassen: Bei den 1. Deutschen Meisterschaften am vergangenen Wochenende auf der Olympia-Regattastrecke in Oberschleißheim bei München stellte der WWC Gemünden beide Deutsche Meister: Irmgard Bruck bei den Damen und bei den Herren Michael Schmidt, Bürgermeister a.D. Schmidt schlug in seinem Rennen sogar den Viertplatzierten der diesjährigen Weltmeisterschaften im Paracanoeing!
Über 20 Teilnehmer aus sieben bayerischen Vereinen werden am Samstag und Sonntag an den Start gehen, darunter Rennsportler mit Handicap aus Gemünden (WWC und KSC) und von der WSG Kleinheubach. Andere kommen aus München, Augsburg und Straubing. Sie starten teils in Einerkajaks, im Zweier oder Vierer teilweise in so genannten Unified-Rennen. Das bedeutet, dass nur einer der beiden Sportler/innen eine Behinderung aufweist.
Bei den Deutschen Meisterschaften hatte sie noch Pech, in Gemünden will sie es besser machen: Gerda Pamler, mehrfache Paralympics-Siegerin im Monoski, Weltmeisterin und langjährige Weltrekordhalterin im Wasserski für Menschen mit Behinderung. Das Wasser hat es ihr angetan, und so trainiert die Rollstuhlfahrerin seit einiger Zeit im Rennkajak. Mit Andrea Szabadi-Heine vom RP Augsburg als Gegnerin stellt sie sich immerhin der Zweiten der Deutschen Meisterschaft.
Zur 40. Schülerregatta am Sonntag, 25.9., (9.15 Uhr bis 16 Uhr) haben rund 180 Teilnehmer aus elf Vereinen aus ganz Süddeutschland gemeldet. Hier geht der hoffnungsvolle Nachwuchs im Alter von sieben bis 14 Jahren an den Start. Schon mehrere Deutsche Meister und sogar Nationalmannschaftsfahrer sind aus diesen Anfängen hervorgegangen. Die Körpergröße (manchmal scheinen die kurzen Ärmchen kaum das Paddel führen zu können) und das Alter spielen jedoch keine Rolle beim festen Willen und Ehrgeiz, als Sieger aus dem Rennen hervorzugehen und einen der vielen Pokale zu gewinnen.
Das Besondere an dieser Regatta sind die vielen Eltern und das persönliche Engagement der zahlreichen Helfer des KSC Gemünden, die diese Regatta fast zu einer Art Familienfest machen.
(Uschi Zimmermann)

