Köln (Behindertensport-News.de) – In den vergangenen zehn Tagen haben die Damen- und Herren-Nationalmannschaften sich mehrfach in Turnieren gegenüber einer Weltklasse-Konkurrenz behaupten bzw. sehr gut präsentieren können.
Ein Jahr vor der nächsten Europameisterschaft in Frankfurt fand in der Mainmetropole ein internationales Turnier im Zuge der Paralympics-Vorbereitung statt. Dort lieferten in Frankfurt vergangene Woche beide Nationalteams eine sehr gute Show ab und konnten mehr als überzeugen. Die Damen konnten nach deutlichen Siegen gegen Australien (63:51) und der Niederlande (57:40) und trotz einer Niederlage gegen die USA (56:60) das Finale erreichen. Dort revanchierten sie sich für die Vorrunden Niederlage und bezwangen die Amerikanerinnen mit 57:50.
„Zu sehen, dass wir die USA schlagen können, war für uns in Blickrichtung London mental überaus wichtig“, so ein zufriedener Bundestrainer Holger Glinicki. Neben einem Sieg gab es für Marina Mohnen auch noch den MVP-Titel, der Titel für die beste Spielerin des Turniers, zu feiern. Die deutschen Herren erreichten wie die Damen nach Siegen über Japan (68:59) und den USA (52:46) das Finale, wo sie aber im Gegensatz zu den Damen gegen die Amerikaner mit 31:62 deutlich den Kürzeren zogen. „Wir haben unser Ziel erreicht und mit dem Vorrundenerfolg über die USA sogar noch ein Ausrufezeichen gesetzt“, zog Bundestrainer Nicolai Zeltinger ein positives Fazit.
Am vergangenen Wochenende ging es dann für beide Teams nach Manchester zum Paralympic World Cup, wo sie wiedermal auf sich aufmerksam machen konnten. Vor allem die deutschen Damen griffen in England wieder nach den Sternen. In ihren vier Begegnungen gegen die absolute Weltspitze gab es zunächst in der Vorrunde klare Erfolge gegen Australien (50:38), Weltmeister USA (51:39) und Großbritannien (52:42). Mit den drei deutlichen Siegen zogen sie wiedermal ins Finale ein. Nachdem Annika Zeyen und Gesche Schünemann in der Vorrunde die besten Korbjägerinnen waren, war die Kölnerin Marina Mohnen im Finale gegen Australien nicht aufzuhalten.
37 Punkte trug sie zum 47:40-Erfolg gegenüber den Australierinnen bei. Deutlich wurde aber auch, dass das gesamte Team des Silbermedaillengewinners von Peking 2008 seinen Teil zum Erfolg beitragen konnte, was auf dem langen Weg zum ersehnten Paralympics-Edelmetall ein wichtiger Baustein werden könnte. Für die Herren lief es weniger erfolgreich, zufrieden war Bundestrainer Nicolai Zeltinger dennoch: „Auch wenn wir im letzten Spiel unsere Spannung und Konzentration verloren hatten, der Auftritt in Manchester macht Mut. Wir sind in Lauerstellung hinter den Topteams. Vor allem die Weiterentwicklung der jungen Spieler wie Thomas Böhme, Jan Haller, Andi Kress, Sebastian Magenheim oder aber Topscorer André Bienek sind sehr erfreulich“, zog Bundestrainer Zeltinger ein positives Fazit in Manchester.
Die Herren konnten in der Vorrunde gegen Japan (63:49) den einzigen Sieg feiern. Großbritannien und die USA waren noch zu stark. Im Spiel um Platz drei mussten die Herren dann auch gegen Japan knapp mit 54:59 den Kürzeren ziehen. Björn Lohmann von den 99ers ist trotz der Niederlagen positiv gestimmt: „Generell macht es sich aber auch positiv bemerkbar, dass wir mit fast unveränderten Kader in diese Vorbereitung gehen. Aus dem letzten Jahr ist noch einiges hängen geblieben, sodass wir nicht bei null anfangen müssen.“
An dieser Stelle möchten wir nochmal besonders Marina Mohnen für ihre tolle Leistung im Finale gratulieren. Wir wünschen der gesamten Nationalmannschaft weiterhin alles Gute und ganz besonders unseren Nationalspielern Marina Mohnen und Björn Lohmann.
99ers wieder in allen Ligen dabei
Die 99ers sind in der kommenden Saison wieder in allen Ligen Deutschlands vertreten. Nachdem die 2. Mannschaft im April den direkten Wiederaufstieg perfekt machen konnte, hat nun die bereits sportlich abgestiegene vierte Mannschaft der 99ers eine Wildcard für die Oberliga erhalten. Das Team hätte eigentlich den Gang in die Landesliga antreten müssen, konnte aber durch den Rückzug eines Teams auf eine Wildcard hoffen.
Durch den Ligaverbleib ist der RBC nun wieder das einzige Team in Deutschland, das für jede Leistungsklasse – von der Bundesliga bis zur Landesliga – ein Sportangebot für seine Mitglieder schafft. Dieses in Deutschland noch einzigartige Konzept, ermöglicht es vielen Behinderten sowohl den Einstieg als auch den Aufstieg im Sport zu schaffen.
(Oliver H. Junggeburth)

