Wetzlar (Behindertensport-News.de) – Während für sechs Erstligisten die Saison 2011/2012 in der Rollstuhlbasketball-Bundesliga (RBBL) am Wochenende bereits endet, ist die Partie des 18. und letzten Spieltages der RBBL-Hauptrunde für den RSV Lahn-Dill quasi erst der Auftakt für die heiße Phase der laufenden Spielzeit. Die Wetzlarer Rollis nutzen das Auswärtsspiel am Samstag um 18:30 Uhr bei den Immovesta Dolphins Trier dabei gleich zu einer Stippvisite beim Goldpartner Metallguss Luck Saar in Saarbrücken.
Die komplette RSV-Delegation wird in der saarländischen Landeshauptstadt zunächst Gast eines „Show-Gießens“ sein, ehe der Sponsoringpartner für die nötige sportgerechte Stärkung vor dem Duell auf dem Trierer Wolfsberg sorgt. Gemeinsam werden dann die letzten knapp 100 Kilometer nach Trier zurückgelegt, wo die Mittelhessen auf einen Gastgeber treffen, der alle emotionalen Höhen und Tiefen in dieser miterlebt hat.
Mit 10:2-Punkten und als gefährliche Konkurrenz zu den Topteams gestartet, erlitt das Team von der Mosel Ende November einen fast nicht erklärbaren Leistungsabbruch, der die Trierer heute chancenlos auf die begehrten Playoff-Plätze schielen lässt. Mit den beiden letztjährigen kanadischen Leistungsträgerinnen Janet McLachlan, die derzeit als vielleicht beste Rollstuhlbasketballerin weltweit gilt, und Tara Feser sowie dem deutschen Scharfschützen und EM-Helden Dirk Passiwan im Kader, hatten die Dolphins im vergangenen Sommer ihre Truppe weiter aufgerüstet. Aus Australien kam James Stuart hinzu sowie dank einer Kooperation mit dem kanadischen Verband das Quartett Chad Jassman, Jamey Jewels, Aaron Moseley-Williams und Kendra Ohama aus Nordamerika. Joey Johnson, kanadischer Kapitän des deutschen Meisters, könnte ob sechs seiner Landsleute auf der Gegenseite fast den Eindruck gewinnen, erstmals eine Partie anstatt an der Mosel am Sankt-Lorenz-Strom auszutragen.
Personell top aufgestellt besitzen die Dolphins zwar die zweitstärkste Offensivreihe der Liga, doch kränkeln wie in den Jahren zuvor an einer äußerst löchrigen eigenen Verteidigung, die in diesem Jahr nur bei den beiden feststehenden Absteigern aus Salzburg und Hannover mehr Gegenpunkte zugelassen hat. Umso mehr möchte der RSV Lahn-Dill nach seiner intensiven Trainingswoche mit dem außergewöhnlichen Testspiel am Donnerstagabend gegen Europameister Großbritannien auch auf dem Wolfsberg seine Klasse unter Beweis stellen und die gegnerische Abwehr vor weitere Probleme stellen.
Nachdem in der Woche Youngster Thomas Böhme krankheitsbedingt nicht im Vollbesitzt seiner Kräfte war, muss RSV-Trainer Nicolai Zeltinger gegen Triers Topscorer Dirk Passiwan (39 Punkte pro Partie) auf Center Felix Schell verzichten, der sich noch in der vergangenen Woche einer Knie-Operation aufgrund der dort erlittenen Infektion unterziehen musste und definitiv bis zum Saisonende ausfallen wird. „Hier zeigt sich im Nachhinein wie wertvoll die Verpflichtung von Center Wataru Horie war, der uns nach diesem bitteren Ausfall auf dieser Position mehr Tiefe gibt“, zeigt sich Zeltinger zuversichtlich für die Auswärtshürde in Trier wie auch für das bevorstehende Halbfinale. Auf wen der RSV Lahn-Dill am 17./18. auswärts und 24. März zuhause trifft, wird sich ebenfalls am Wochenende zwischen dem USC München und der Überraschungsmannschaft RSB Team Thüringen entscheiden.
RBBL, 18. Spieltag: USC München – Jena Caputs, Immovesta Dolphins Trier – RSV Lahn-Dill, RSB Team Thüringen – RSV Basket Salzburg (alle Sa.), Hannover United – Mainhatten Skywheelers, RSC-Rollis Zwickau – Köln 99ers (beide So.).
(Andreas Joneck)
