Bern (Behindertensport-News.de) – Dies musste die Deutsche Nationalmannschaft im Elektrorollstuhl-Hockey auch bei einem Vier-Länder-Turnier, das vom 04. bis zum 07. November 2011 in Bern, Schweiz stattfand, erfahren. Nach der gewonnenen Weltmeisterschaft 2010 hatte man bis dato nur ein Freundschaftsspiel gegen die Schweiz gewonnen (2:1). Nun stand man vor einem Turnier, das man zum einen natürlich gewinnen wollte, das aber zum anderen auch dazu dienen sollte, vielen Nachwuchsspielern Einsatzzeit zu verschaffen.
Das aus vier verschiedenen Vereinen relativ bunt zusammengesetzte Nationalteam konnte schon im ersten Spiel den eigenen Ansprüchen nicht gerecht werden und kam gegen eingespielte Belgier um Superstar Björn Sarrazyn mit 4:8 sprichwörtlich unter die Räder. Auch im zweiten Match gegen die Schweiz tat man sich schwer, schlug den Gastgeber letztendlich aber verdient mit 11:7. In der dritten Partie wollte Bundestrainer Deniz Genç keine Experimente machen und stellte gegen den Turnierfavoriten Italien seine WM-erfahrenen Spieler auf. So war die Nationalmannschaft mindestens gleichwertig und verlor nur knapp und aufgrund äußerst unglücklicher Schiedsrichterentscheidungen mit 6:7.
Damit belegten die Männer und Frauen um Kapitän Görkem Oguz nur den dritten Rang hinter Belgien und Italien, die sich 5:5 getrennt hatten. In einem erneuten Spiel gegen die Schweiz konnte man mit 8:2 den Bronzerang zementieren und einen halbwegs zufriedenstellenden Turnierabschluss erzielen. Als Torschützen für Deutschland trugen sich Stefan Utz, Dietmar Löwen, Eva-Maria Berndl, Paul Emmering und Görkem Oguz ein.
Viel wichtiger als das Ergebnis war für den Bundestrainer in diesem Turnier jedoch, neue Spieler ins Team zu integrieren: „Nach der Weltmeisterschaft sind drei Leistungsträger aus der Nationalmannschaft ausgestiegen. Von daher waren die Maßnahmen notwendig. Dass man einen Wettbewerb braucht, um die Mannschaft neu zusammenzustellen und Training alleine dazu nicht ausreicht, ist klar. Und genauso klar ist es, dass wir bei der Europameisterschaft im Juni ganz anders auftreten werden.“
Bei der EM 2012 in Nastola, Finnland (4.-11. Juni) soll der erste Europameistertitel geholt werden. Dass dies aufgrund der starken Konkurrenz kein einfaches Unterfangen wird, wissen die Nationalspieler und ihre Fans. Allerdings tut die Underdog-Rolle den Deutschen vielleicht gar nicht so schlecht, denn auch die Weltmeisterschaft konnte man gegen die favorisierten Niederländer gewinnen.
(DRS)
