Köln 99ers mit unnötiger Niederlage in Frankfurt

von cloudmarketing | 18. Oktober 2011 | Rollstuhlsport | 0 Kommentare

Frankfurt (Behindertensport-News.de) Nach einem Spiel geprägt von Höhen und Tiefen steht eine 61:57 Niederlage zu Buche. Eine Niederlage, die besonders schmerzt, weil Köln über weite Strecken mehr als ebenbürtig war.

„Die Spieler haben zu viel mit den Schiedsrichtern gehadert. Wir hätten uns mehr auf uns selbst konzentrieren sollen“, sagte Headcoach Martin Otto nach dem Spiel. Die Konzentration sollte zum entscheidenden Kriterium für das gesamte Spiel werden.

Köln begann im ersten Viertel mit Herz und zeigte Frankfurt, dass die umgebaute Kölner Mannschaft nicht zu unterschätzen ist. Mit einem ausgeglichenen Viertelergebnis von 12:12 konnte man von einem vielversprechenden Spiel der Kölner reden. Vor allem Marina Mohnen, die 8 der 12 Punkte erzielte, ragte hervor. Im zweiten Viertel begannen die Kölner nach und nach ihren Rhythmus zu finden. „Wir haben heute eine bessere Defense gespielt“, kommentierte Coach Martin Otto die Defensivleistung des Teams. Über weite Strecken des zweiten Viertels entsprach dies auch der Realität. Frankfurt hatte zwischenzeitlich Schwierigkeiten gegen eine kompakte Team-Defense der 99ers.

Die Kölner konnten damit die Führung auf 6 Punkte ausbauen. In der zehnten Minute des zweiten Viertels kam jedoch das Stichwort „Konzentration“ ins Spiel: zwei Turnover in den letzten 60 Sekunden schenkten den Skywheelers 4 Punkte durch Fastbreaks, sodass statt einer 6-Punkte-Führung lediglich ein 2-Punkte-Vorsprung zu Buche stand: 33:31 aus Sicht der 99ers hieß es zur Halbzeit. Abgesehen von den letzten 60 Sekunden sprach man in den Reihen der Fans von einer starken Kölner Mannschaft am heutigen Tag.

Doch die Unkonzentriertheiten des zweiten Viertels waren nur der Anfang. Im dritten Viertel dauerte bis zur sechsten Minute bis Köln in der Offense etwas Zählbares auf die Anzeigetafel bringen konnte. Bis dahin hatten die Frankfurter mit einem 12:0 Lauf das Spiel bereits gedreht und die Kölner Spieler waren zu sehr mit den Schiedsrichterentscheidungen beschäftigt, obwohl im Nachhinein Coach Martin Otto unterstrich, dass die Wende im dritten Viertel keineswegs an der Schiedsrichtern lag. Nach miserablen 10 Minuten im dritten Viertel schauten die Fans der 99ers ungläubig auf die Anzeigetafel, um dort einen 10-Punkte-Rückstand zu sehen.
 
Es musste nun eine Aufholjagd her und Coach Martin Otto schien in der Viertelpause die richtigen Worte gefunden zu haben. Der erste Angriff der 99ers im letzten Viertel, der von Thomas Becker erfolgreich abgeschlossen wurde, läutete die Aufholjagd ein. Ein 8:2 Lauf der Kölner machte das Spiel nochmals spannend. Die Konzentration, die im dritten Viertel aus unerklärlichen Gründen abhanden gekommen war und zu einem hohen Rückstand geführt hatte, war wieder da. Doch obwohl Frankfurt auch in den letzten Minuten des Spiels nicht für eine Vorentscheidung sorgen konnte, machten es ihnen die Kölner mit Turnover und unnötigen Offensivfouls zu einfach den 4-Punkte-Vorsprung über die Zeit zu retten.

Die frustrierende 61:57 Niederlage hätte durchaus verhindert werden können. „Wenn man auch noch bedenkt, dass wir nur 5 von 15 Freiwürfen getroffen haben, ist es besonders ärgerlich. Hätten wir nur 66% der Freiwürfe getroffen, hätten wir heute gewonnen“, resümierte der Headcoach der 99ers.

An diesem Wochenende haben die 99ers wieder gezeigt, dass man mit einem Playoffkandidaten mehr als mithalten kann. Dieses Mal lag es an der Konzentration, sowohl auf sich selbst als auch bei den Freiwürfen. Aber nichtsdestotrotz macht die neu zusammengestellte Mannschaft der 99ers Hoffnung für die Zukunft. Es war eine vielversprechende Leistung, die aber durchaus auch mit einem Sieg hätte versüßt werden müssen.

(Oliver Junggeburth)