Wetzlar (Behindertensport-News.de) – Erstmals in der Geschichte bestreitet der RSV Lahn-Dill am kommenden Samstag ein Punktspiel der Rollstuhlbasketball-Bundesliga in Österreich. Gegner im Universitäts- und Landessportzentrum von Hallein südlich von Salzburg ist Aufsteiger RSV Basket Salzburg. Die Österreicher sind seit vielen Jahren im deutschen Ligasystem integriert und haben im letzten Jahr als Meister der 2. Bundesliga Süd erstmals den Aufstieg ins Oberhaus geschafft.
Macher des Teams aus der Mozartstadt ist Österreichs ehemaliger Weltauswahlspieler Walter Pfaller, der als Trainer sein Team mit gleich vier Neuzugängen verstärkte. Aus der italienischen Serie A kamen mit dem Tschechen Frantisek Sindelar und Abdulgazi Karaman zwei international gestandene Spieler nach Salzburg. Routinier Karaman ist dabei ein alter Bekannter in der RBBL wie auch beim RSV Lahn-Dill, trug der ehemalige deutsche Nationalspieler doch von 2004 bis 2007 selbst das Trikot der Wetzlarer. Neuzugang Nummer drei und vier sind Harald Eder und Stefan Thurner, die beide vom RSC Tirol den Weg nach Salzburg fanden. Gefährlichster Schütze nach zwei Spieltagen ist aber der tschechische Center Lukas Hartig, der bisher auf einen Punkteschnitt von 15,5 Zähler pro Partie kam.
Dennoch sind die Salzburger nach zwei Niederlagen bereits auf dem Boden der Realität in der höchsten Spielklasse angekommen. War die Niederlage zum
Auftakt in Frankfurt noch der staubedingten fast neunstündigen Anreise geschuldet und letztendlich einkalkuliert, darf die Heimniederlage gegen
Mitaufsteiger Hannover am letzten Wochenende durchaus als bitter bezeichnet werden. Drei Spielviertel lang hatten die Österreicher die Nase vorn, ehe
ein 8:20 im abschließenden Spielviertel am Ende zu der 62:69-Niederlage gegen einen der direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt führte.
Auch für den RSV Lahn-Dill zählt als Titelverteidiger trotz der strapaziösen Anreise nur ein Erfolg in Salzburg, um mit den beiden bisher ebenfalls
ungeschlagenen Teams aus Trier und Zwickau weiter auf Augenhöhe bleiben zu können. Personell dürfte Trainer Nicolai Zeltinger wieder aus dem Vollen
schöpfen können, zumal auch der erstmalige Einsatz der bisher verletzten Nationalspielerin Gesche Schünemann in dieser Saison im Bereich des
Möglichen liegt. Als übergeordnetes Ziel sieht Zeltinger aber vor allem die Verbesserung des so genannten „Setplays“ an, das durch die EM im September
und der damit verbundenen schwierigen Vorbereitung noch nicht auf dem Niveau ist, das er sich als Trainer zum jetzigen Zeitpunkt wünscht.
RBBL, 3. Spieltag: RSB Team Thüringen – Jena Caputs, Mainhatten Skywheelers
– Köln 99ers, RSV Basket Salzburg – RSV Lahn-Dill, IMMOVESTA Dolphins Trier
– USC München (alle Sa.), Hannover United – RSC-Rollis Zwickau (So.).
(Andreas Joneck)
