Hannover (Behindertensport-News.de) – Zeit einmal einen Blick voraus zu wagen, was die Mannschaft um den Oldenburger Trainer Fürup erwartet. Laut vieler Experten der Szene hat sich die deutsche Rollstuhlbasketballbundesliga an Italien und Spanien vorbei geschoben und gilt heute als die stärkste Liga Europas. Deren Aushängeschilder sind seit Jahren der RSV Lahn-Dill und die RSC Rollis Zwickau. Die Meisterschaft und den Pokal machen diese zwei Mannschaften seit der Ära des ASV Bonn um die Jahrtausendwende mit einer einzigen Ausnahme stets unter sich aus.
Der Vorsprung den diese zwei Teams gegenüber dem Rest der Liga haben begründet sich vor allem in den seit Jahren beständig wachsenden professionellen Strukturen des Umfelds. Reihenweise Weltklassespieler zu verpflichten und zu halten ohne, dass das Gebilde brüchig wird ist hier das Resultat der vielen Arbeit. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die Topmannschaften in der RBBL in ihrer Region hohes Ansehen genießen.
Neben den Heimspielen, wo regelmäßig mehrere hundert Zuschauer vor Ort den Spitzensport verfolgen, greifen beide Teams auch in einer verblüffenden Beständigkeit bei diversen Sportlerwahlen Titel in allen Kategorien ab.
Doch viel interessanter als die Jubelarien auf die zwei Aushängeschilder dieser Sportart in Deutschland ist die Entwicklung der Teams dahinter. Um die weiteren zwei Play-off-Plätze kämpfen in dieser Saison wieder diverse andere Mannschaften. Den Aktivitäten auf dem Transfermarkt in diesem Sommer zur Folge sind die heißesten Kandidaten die Immovesta Dolphins Trier sowie die RBC Köln 99ers. Doch auch die Mainhatten Skywheelers aus Frankfurt und der Rekordmeister USC München wollen ein Wörtchen um die begehrten Plätze mit reden.
Für die vier verbleibenden Teams muss es jedoch das erklärte Ziel sein am Ende der Saison zwei Mannschaften hinter sich zu lassen und damit den Abstiegsrängen zu entgehen. Neben Hannover United sind dies die zwei anderen Erstliga-Neulinge RSV Basket Salzburg, die als österreichisches Team mit einem Gastspielrecht Meister der zweiten Liga Süd wurden, und das RSB Team Thüringen, sowie die Jena Caputs, die ihre Feuertaufe in der ersten Liga bereits in der letzten Saison hinter sich brachten.
Dies sind nach dem sensationellen Aufstieg aus der zweiten Bundesliga Nord die Gegner für Trainer Fürup und sein Team ab Sonntag, dem 2.10.11. „Uns ist natürlich klar, dass hier im Oberhaus ein ganz anderer Wind weht. Das Spiel ist noch dynamischer, physischer und schneller. Doch wir wollen uns dem stellen. Natürlich wird es einige Zeit dauern bis wir uns darauf eingestellt haben, aber ich bin mir sicher, dass wir den ein oder anderen zumindest eine ganze Zeit lang ärgern können und vielleicht auch, gerade gegen die Teams, die gegen uns um den Klassenerhalt kämpfen, den ein oder anderen Sieg einfahren können. Wenn dann im März nächsten Jahres zwei Gegner in der Tabelle hinter uns stehen, umso besser“, blickt der Pressesprecher Martin Kluck von Hannover United voraus.
Dass die Mannschaft alles dafür tut, damit nach dem Aufstieg mit dem Klassenerhalt der nächste Traum in Erfüllung geht, sieht Trainer Fürup Tag für Tag an dem Einsatz den jeder einzelne im Training zeigt. „Jeder einzelne gibt im Training alles, da er weiß, dass die Anforderungen in der kommenden Saison enorm hoch sind und dass wir in dieser Saison die Möglichkeit haben mehr durch zu wechseln. Wer wie viel Einsatzzeit bekommt wird nun mal zu einem Großteil im Training entschieden.
Gegen die ganzen Vorbilder und größten Namen im RBB will natürlich jeder spielen. Ich merke jedoch auch eine gewisse Unsicherheit bei jedem Einzelnen, weil er nicht genau weiß was ihn und die Mannschaft erwartet“, so Trainer Harald Fürup imLaufe der Woche.
Umso gespannter blicken natürlich die Mannschaft sowie alle Verantwortlichen auf den Saisonauftakt am 2.10. in der neuen Heimhalle von Hannover United in Misburg (Ludwig-Jahn-Straße 1a, 30629 Hannover). Hier erwartet die Mannschaft um Kapitän Michael Möllenbeck um 14 Uhr den Rekordmeister vom USC München.
(Martin Kluck)
