Hamburg (Behindertensport-News.de) – Die deutsche Rollstuhlbasketball-Nationalmannschaft der Damen hat nach deutlichen Navigationsproblemen zum Auftakt am Freitag am Ende doch noch den sportlich richtigen Kurs in Richtung Europameisterschaften gefunden. Im Endspiel des Vier-Nationen-Turniers von Hamburg bezwang das Team Germany souverän die Auswahl Australiens und sicherte sich so den Turniergewinn mit einer Bilanz von drei Siegen bei einer Niederlage gegen Großbritannien, das sich im kleinen Finale deutlich gegen Frankreich behaupten konnte.
Deutschland – Großbritannien 65:72 (18:15/30:33/47:54)
Im Auftaktspiel am Freitagabend bot die deutsche Auswahl eine vor allem mental schwache Vorstellung und unterlag den aufstrebenden Britinnen bereits zum dritten Mal in diesem Jahr. Bis zum 29:23 (16.) verlief die Partie in den aus deutscher Sicht erhofften Bahnen, ein 1:10-Lauf sorgte jedoch noch vor dem Seitenwechsel für die Wende. Gegen engagiert und konzentriert zu Werke gehende Gäste um die mit 42 erzielten Punkten bestens aufgelegte Helen Freeman, fand der amtierende Europameister in der Folge kein wirkliches Mittel, leistete sich zahlreiche Ballverluste und wirkte mental extrem verunsichert.
Deutschland: Marina Mohnen (Köln 99ers, 17), Annika Zeyen (University of Alabama, 16), Gesche Schünemann (RSV Lahn-Dill, 15), Edina Müller (6), Annabel Breuer (Ulmer Sabres, 4), Mareike Adermann (University of Wisconsin/USA, 3), Britt Dillmann (RSV Lahn-Dill, 2), Heike Friedrich (Mainhatten Skywheelers), Maria Kühn (SV Reha Augsburg), Johanna Welin (USC München), Maya Lindholm (Hamburger SV, n.e.).
Deutschland – Australien 55:49 (12:18/26:26/38:34)
Beim Erfolg gegen die „Aussies“ sprach die Mannschaft um Kapitän Marina Mohnen dagegen eine deutlich andere Sprache als am Vortag. Zwar war bei weitem noch nicht alles Gold was im deutschen Spiel glänzte, doch gerade ein deutliches mentales Lebenszeichen des Team Germany brachte die erhoffte Wende nach einem erneut schwachen Start mit 10:18 (9.). In der Folge entwickelte sich kein hochklassiger, aber ein jederzeit intensiv geführter Kampf auf Augenhöhe. Doch diesmal hatte die DRS-Auswahl den längeren Atem und die abgeklärtere Spielweise für sich gepachtet.
Deutschland: Gesche Schünemann (17), Annika Zeyen (14), Marina Mohnen (12), Mareike Adermann (8), Annabel Breuer (2), Maya Lindholm (2), Britt Dillmann, Edina Müller, Johanna Welin, Heike Friedrich (n.e.), Maria Kühn (n.e.).
Deutschland – Frankreich 55:29 (12:12/28:16/46:22)
Im abschließenden Vorrundenspiel gegen den Nachbarn aus Frankreich gewährte Bundestrainer Glinicki der vermeintlichen „zweiten Fünf“ viel Spielzeit, die nach einem ausgeglichenen ersten Viertel die Begegnung dann auch sicher im Griff hatte. Über 20:16 (14.), 36:16 (22.) und 46:18 (28.) hatte die streckenweise überforderte Equipe Tricolore nicht den Hauch einer Chance gegen den Europameister, der damit doch noch das Finalticket gegen Australien buchen konnte.
Deutschland: Gesche Schünemann (13/1 Dreier), Mareike Adermann (10), Maya Lindholm (10), Heike Friedrich (8), Annabel Breuer (6), Edina Müller (6), Annika Zeyen (2), Britt Dillmann, Maria Kühn, Johanna Welin, Marina Mohnen (n.e.).
Finale: Deutschland – Australien 51:38 (16:4/24:22/38:31)
In einem gutklassigen Endspiel erwischten die Gastgeberinnen den besseren Start und führten früh 15:2 (7.) und 22:6 (13.), ehe das Team aus Down Under den Schlüssel zum Knacken der deutschen Defensive fand. So war Australien spätestens beim 22:24 (19.) kurz vor der Halbzeit wieder auf Tuchfühlung. Nach dem Seitenwechsel kam dann die Mannschaft von Bundestrainer Glinicki erneut besser aus den Startlöchern, baute die Führung schnell wieder auf 32:22 (24.) aus und behielt dieses Mal auch die Kontrolle über das Spiel bis zur Schlusssirene.
Deutschland: Gesche Schünemann (19), Marina Mohnen (12), Johanna Welin (10), Annika Zeyen (10), Mareike Adermann, Annabel Breuer, Britt Dillmann, Maya Lindholm, Edina Müller, Heike Friedrich (n.e.), Maria Kühn (n.e.).
(Andreas Joneck)

