Rollstuhlbasketball: Deutschland unterlag Europameister Italien im Finale

von cloudmarketing | 1. August 2011 | Rollstuhlsport | 0 Kommentare

Nazareth (Behindertensport-News.de) – Europameister Italien hat das internationale Turnier am EM-Standort Nazareth mit einer blütenweisen Weste für sich entschieden, doch schon auf Rang zwei kam die deutsche Rollstuhlbasketball-Nationalmannschaft der Herren über die Ziellinie. Das Team Germany sammelte in Israel dabei wichtige sportliche wie logistische Erkenntnisse für den Saisonhöhepunkt der Europameisterschaften im September. Erfolgreichster Schütze im Team von Bundestrainer Nicolai Zeltinger war dabei der Trierer Dirk Passiwan, der in fünf Begegnungen über einhundert Punkte erzielen konnte.

Das Team Germany musste sich in der Gan Ner und Nir Ha´emek Arena von Nazareth nur dem amtierenden Europameister Italien in der Vorrunde und im Endspiel  geschlagen geben, feierte aber gegen Gastgeber Israel und die Auswahl der Niederlande insgesamt drei Erfolge, so dass Bundestrainer Zeltinger mit dem couragierten Auftritt seiner jungen Mannschaft zufrieden war, auch wenn er noch zahlreiche Fehlerquellen erkannte: „Wir haben gesehen, dass wir das Potenzial haben in Europa jeden schlagen zu können, müssen aber auch attestieren, dass wir mit unserer jungen Truppe noch nicht die Erfahrung und Konstanz besitzen diese Leistung über vierzig Minuten abrufen zu können“, so Zeltinger als Fazit der wichtigen Israelreise.Italien – Deutschland  61:60 (8:17/29:28/43:35)Das deutsche Team startete furios in das Turnier und brachte im Auftaktspiel EM-Champion Italien in arge Probleme. Die Südeuropäer lagen nach dem ersten Viertel deutlich zurück und benötigten eine deutliche Leistungssteigerung in den Spielvierteln zwei und drei, um die DRS-Auswahl in den Griff zu bekommen. Doch auch ein 35:43-Rückstand zu Beginn des Schlussabschnitts ließen Kapitän Sebastian Wolk & Co. nicht resignieren, auch wenn am Ende eine unglückliche und hauchdünne Niederlage zu Buche stand.Israel – Deutschland  58:61 (11:16/23:30/40:44)Gegen den ambitionierten Gastgeber Israel drehten die ING-DiBa Korbjäger dann den Spieß um. „Hier war es für die Mannschaft wichtig zu sehen, dass wir auch enge Spiele gewinnen können“, so Bundestrainer Zeltinger, der zwar einige Lücken in der eigenen Defensive erkannte, aber vor allem auch eine gute taktische Leistung seiner Schützlinge gegen Israels gefährlichsten Center Lior Dror sah.

Am Ende sprang so ein wichtiger Erfolg gegen den kommenden EM-Gastgeber heraus.Niederlande – Deutschland  57:67 (15:14/24:37/40:57)Im abschließenden Vorrundenspiel gegen die Niederlande dominierte das Team Germany das Duell zweier junger Mannschaften deutlich. Insbesondere Matthias Heimbach verdiente sich in diesem Spiel ein besonderes Lob seines Trainers und zeigte gegen den Nachbarn sein vielleicht bestes Spiel im Trikot mit dem Bundesadler auf der Brust. Neben seinen neun Punkten überragte offensiv wieder einmal Topscorer Dirk Passiwan, der seine 22 Einsatzminuten in 24 Zähler ummünzte und so maßgeblich am klaren Erfolg über die Niederlande beteiligt war. Israel – Deutschland  48:64 (11:16/23:34/33:50)Als Tabellenzweiter der Vorrunde traf Deutschland im Halbfinale damit auf die Nummer drei Israel und konnte sich erneut durchsetzen. Neben der besten Turnierleistung zeigte die deutsche Auswahl dabei vor allem Spielfreude, wie es Kapitän Wolk formulierte, der in diesem Semifinale eine starke Partie bot. „Trotz zahlreicher Wechsel trat kein Bruch im Spiel auf und wir haben bewiesen uns im Turnierverlauf erneut steigern zu können, eine wichtige Erkenntnis für die EM“, so das Fazit von Nicolai Zeltinger zum Finaleinzug.Italien – Deutschland  61:52 (15:18/22:33/35:38)

Während der Gastgeber das kleine Finale gegen die Niederlande gewinnen konnte, schien Deutschland bereits auf dem Weg zu sein Revanche für die Vorrundenniederlage gegen den Europameister nehmen zu können. Zur Halbzeit lag das Team Germany bereits mit elf Punkten in Front, zeigte eine tadellose Vorstellung, ehe nach der Pause nicht mehr an diese Leistung angeknüpft werden konnte. In dieser Phase hat sich dann bewahrheitet, dass die DRS-Auswahl zwar durchaus jedes Team schlagen kann, ihr aber auch noch die Konstanz fehlt ihre Leistung über die gesamte Spielzeit zu konservieren.Deutschland: Dirk Passiwan (101/5 Dreier, IMMOVESTA Dolphins Trier), André Bienek (55, University of Wisconsin/USA), Sebastian Wolk (36, Mainhatten Skywheelers), Dirk Köhler (27, RSV Lahn-Dill), Thomas Böhme (19, RSV Lahn-Dill), Matthias Heimbach (14, Jena Caputs), Jan Haller (13, RSV Lahn-Dill), Thomas Becker (12, Köln 99ers), Björn Lohmann (10, Köln 99ers), Sebastian Magenheim (10, USC München), Thomas Gundert (6, RSV Lahn-Dill), Andreas Kress (2, Mainhatten Skywheelers).

 

(Andreas Joneck)