Berlin (BS-News) – Claudia Pechstein hat sich im Eisschnelllauf einen Namen gemacht. Die inzwischen 39 Jahre alte Sportlerin hatte zuletzt im März in Inzell bei der Weltmeisterschaft ihr Comeback auf der Eisschnelllauf-Bahn gegeben. Überaus erfolgreich war sie dabei und hatte auch prompt eine Medaille in einem Einzelrennen gewinnen können.
„Mein Ziel ist Olympia 2012 in London. Dort möchte ich auf der Bahn starten – als Radfahrerin“, beschreibt die 39 Jährige jetzt ihre Ziele für die nähere Zukunft. Dazu heißt es natürlich viel strampeln und sich erst einmal durch die ganzen Qualifikationsprozesse quälen. Um bei Olympia dabei zu sein, müsste Pechstein erst einmal die Startberechtigung erhalten – durch das Internationale Olympische Komitee (IOC). Problematisch ist hier, dass ein ehemal gesperrter Athlet entsprechend der Osaka-Regel bei zwei aufeinander folgenden Olympischen Spielen nicht teilnehmen darf.
Deshalb sieht Claudia Pechstein hier auch keine Probleme, dann sie war letztlich nie gedopt, die Entscheidung der Sperre war ein Fehlurteil, das auf einem einzigen Indiz – nämlich der erhöhten Retikulozytenwerte – basierte. Diese sei durch eine Blutanomalie jedoch medizinisch erklärt und belegt. Durch den Schritt zum Radsport will sich die Sportlerin die „gestohlenen Spiele von Vancouver“ wieder zurück holen.
Pechstein gibt sich bzgl. der Außer-Kraft-Setzung der Osaka-Regel in ihrem Fall kämpferisch und optimistisch zugleich. Als fünfmalige Eisschnelllauf-Olympiasiegerin wären die Sommerspiele für sie aber absolutes Neuland. Das IOC prüft jeden einzelnen Fall. Claudia Pechstein ist sich aber sicher: „Der Sport kann sich auf Dauer nicht den medizinischen Erkenntnissen in meinem Fall verschließen. Ich werde um meine Chance kämpfen, sportlich, diplomatisch – und, wenn es sein muss, auch juristisch.“
